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Zwei deutsche Unternehmen bauen vollautomatisches Parkhaus im New Yorker Stadtteil Manhattan

Kategorie: News
Artikel veröffentlicht von: Alexander Hauk


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Von Alexander Hauk

In der City benötigt die Suche nach einem Parkplatz oft mehr Zeit als die geplante Besorgung. „Die Autos müsste man stapeln können", denkt sich da so manch genervter Autofahrer. Tatsächlich lassen sich nach Ansicht des ADAC viele Parkplatzprobleme in Großstädten mit vollautomatischen Parkhäusern – eine Art Hochregallager für Autos – lösen. Bisher gibt es knapp 50 dieser Parkhäuser in Deutschland. Obwohl ihr Bau im Vergleich zu einem herkömmlichen Parkhaus deutlich teurer ist, bieten vollautomatische Parkhäuser zahlreiche Vorteile für die Nutzer. „Vandalen, Rangierrüpel und Autoknacker haben keine Chance mehr, an die Autos heranzukommen. Fußmärsche durch dunkle Tiefgaragen gehören der Vergangenheit an", berichtet Hugo Zapf, Sprecher der Stolzer Parkhaus GmbH. Das Unternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Achern-Gamshurst gilt als einer der weltweit führenden Anbieter vollautomatischer Parksysteme. Die findigen Schwaben verkaufen ihre Anlagen auf der ganzen Welt. Im Moment baut Stolzer Parkhaus zusammen mit dem Software-Unternehmen Volz-Stopa ein vollautomatisches Parkhaus im New Yorker Stadtteil Manhattan.

Automatische Parkhäuser sind keine neue Erfindung: Bereits 1937 wurde im amerikanischen Chicago das erste Parkpaternoster, der Vorläufer der vollautomatischen Parkhäuser, eröffnet. Bei solchen Systemen zirkulieren die Autos bis das gewünschte Fahrzeug in der Ausfahrt bereitsteht. Was hierzulande immer noch für großes Aufsehen und hohe Aufmerksamkeit sorgt, ist anderswo schon längst Standart: In Japan zum Beispiel sind automatische Parkhäuser gang und gäbe, denn gerade in zentrumsnahen Lagen stellt das Parken für Anwohner und Besucher ein Problem dar. Im Straßenraum vieler Großstädte lassen sich meist keine zusätzlichen Parkplätze mehr schaffen.

Mehr Parkplätze auf kleinerem Raum

Inzwischen hat auch in Deutschland die Nachfrage nach den Platz sparenden Parksystemen zugenommen. In immer mehr Großstädten werden vollautomatische Parkhäuser gebaut. Vor allem wegen der im Verhältnis zur Parkfläche benötigten, relativ kleinen Baufläche. „Ein automatisches Parkhaus kann in nahezu jede Baulücke gebaut werden", sagt Zapf. Flächen für Ein- und Ausfahrt, Auf- und Abfahrt, zum Einparken, sowie für Fußgänger werden nicht benötigt. Da im Inneren alles vollautomatisch abläuft, können die Architekten auf Fahrgassen verzichten und auch die Raumhöhe reduzieren. Lediglich die für die Fördereinrichtung benötigte Grundfläche bleibt. Eine automatische Parkgarage braucht gegenüber einem normalen Parkhaus weniger als die Hälfte an Platz.

Die meisten vollautomatischen Parkhäuser wurden bisher für einen geschlossenen Benutzerkreis gebaut. Das mit 192 Stellplätzen größte öffentlich genutzte automatische Parkhaus Deutschlands steht in Dresden. „Vom Prinzip sind vollautomatische Parksysteme Waschanlagen sehr ähnlich", sagt Ralf Stock, Leiter der Verkehrstechnik beim ADAC. Der Fahrzeuglenker fährt sein Auto auf eine bewegliche Palette und registriert es mit einer Chipkarte. Bei einigen Anlagen erfolgt die Registrierung berührungslos über Transponder, auf denen sämtliche Informationen, wie etwa der Stellplatz gespeichert sind. Ein Bildschirm hilft dabei, das Auto richtig auf der Palette zu positionieren. „Dann wird der Wagen per Kamera oder Lichtschranke vermessen, und der Computer sucht einen passenden Stellplatz", erklärt Hans Wolfrum, Leiter der Software-Entwicklung bei der Volz-Stopa Automatisierungs- und Datensysteme GmbH. Ein Bewegungsmelder prüft, ob sich noch jemand im Fahrzeug befindet. Erst wenn Fahrer und Beifahrer die Garage verlassen haben, fährt die Palette mit dem Auto auf Schienen zu einem freien Platz. Der Parkvorgang wird automatisch und ohne Beteiligung des Fahrers abgewickelt.

Auf die Software kommt es an

Kernstück des Systems ist ein individualisiertes Computerprogramm. Damit die Parkvorgänge problemlos ablaufen, muss die sogenannte SPS-Software mit Visualisierung, die von insgesamt vier Volz-Stopa-Mitarbeitern entwickelt wurde, an die baulichen Gegebenheiten angepasst werden. Nachdem der Stahlbau steht, beginnen die Volz-Stopa-Mitarbeiter mit der Elektroinstallation. Mit einem Computer prüfen die Experten, ob alle Antriebe des vollautomatischen Parkhauses ansteuerbar sind. Anschließend folgen Tests, die von Mitarbeitern gesteuert werden. „Bei den ersten Prüfungen nach Inbetriebnahme kann es schon mal vorkommen, dass das Parkhaus ein Auto nicht mehr rausgibt", berichtet Wolfrum. Manchmal müssten auch zusätzliche Sensoren eingebaut werden, damit die Anlage Abstände und Einstellungen genauer und besser erfassen kann. „Ziel ist es, Autos ohne Kratzer an ihren Platz zu bringen", sagt Wolfrum. Erst nach den manuellen Testdurchläufen werden sämtliche Parameter mit der so genannten MIS-Software aufgespielt, die letztlich sämtliche Vorgänge übergeordnet steuert.

Ausparken in maximal drei Minuten

Wenn der Fahrer zurückkommt, muss er bei öffentlichen vollautomatischen Parkhäusern wie gewohnt an einem Automaten bezahlen. Sobald der Parkschein im Automaten steckt, beginnt das Computersystem mit dem Ausparken. Das dauert laut Wolfrum maximal drei Minuten und sei damit meistens immer noch kürzer als bei gewöhnlichen Parkhäusern. Das Auto wird mit Computerhilfe in einem hellen, ebenerdigen Übergaberaum serviert. Dadurch müssen keine langen Wege in schlecht beleuchteten Parkhäusern mehr zurückgelegt werden. Besonders für Frauen sei das angenehm, berichtet Zapf. Auch für Behinderte seien automatisierte Parkhäuser ideal. „Während des Parkens entfallen außerdem die Schadstoffemissionen und die Geruchsbelästigung." Auch die Gefahr von Überfällen und Sachschäden sei geringer, da das Parkhaus in der Regel, mit Ausnahme für Techniker, nicht zugänglich ist.

Zwar gibt es immer mehr automatische Parkanlagen, sie sind aber nicht grundsätzlich die beste Lösung. „Wenn viele Menschen gleichzeitig ihr Auto parken oder abholen wollen, zum Beispiel in einer Firmengarage, dann ist das System schnell überlastet", so ADAC-Verkehrstechnikleiter Ralf Stock. Es eignet sich also vor allem bei einer gleichmäßigen Auslastung. Auch der im Vergleich zu herkömmlichen Parkhäusern deutlich höhere Preis spiele eine Rolle: „Ein vollautomatisches Parkhaus ist mitunter doppelt so teuer." Deshalb würden vollautomatische Parkhäuser überwiegend dort gebaut, wo mit herkömmlichen Parkäusern nicht die gewünschte Parkfläche erzielt werden könne.

„Das geliebte Auto einem Computersystem anzuvertrauen, daran müssen sich viele Fahrer erst einmal gewöhnen", berichtet Stock. Ist das Auto aber erst einmal heil im Ausgaberaum angekommen, ist das vollautomatische Parkhaus schnell akzeptiert.


Veröffentlicht von: Alexander Hauk
Web: http://www.alexander-hauk.de
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Über den Autor:
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