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Zur Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen

Kategorie: Meinung
Artikel veröffentlicht von: Renate Miethner


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Unter dem Titel „Grundeinkommen – ein Konzept für die Gesellschaft von morgen" diskutierten Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten am 10. Mai 2007 im Bonner Wissenschaftszentrum Fragen zu Machbarkeit und Folgen dessen, was in manchen Kreisen durchaus als echte soziale Revolution gehandelt wird. Veranstaltet von der Kölner Initiative „brandStiftung", der „Stiftung Wertevolle Zukunft" (Hamburg), sowie der „Akademie für Sozialethik und Öffentliche Kultur ASK" (Bonn) verteidigten unter anderem Götz W. Werner und Michael Opielka die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle Bürger gegen grundsätzliche Bedenken.

Die Grundeinkommensdebatte schaut insgesamt zwar auf eine beachtliche Tradition zurück, ist aber tatsächlich erst in den letzten zwei Jahren verstärkt in den Blick der Öffentlichkeit gerückt. Hauptschwierigkeit der Debatte ist dabei derzeit vor allem die Vielfalt der Modelle. Wer beispielsweise die anthroposophisch geprägten Ausführungen Götz Werners aufmerksam verfolgt, wird entscheidende Unterschiede zum derzeit populärsten politischen Grundeinkommensansatz, dem sogenannten „solidarischen Bürgergeld", in der Ausgestaltung von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus feststellen können. Das sorgt nicht selten für Verwirrung oder Reduzierung des Basis-Gedankens auf eine konkrete Vorstellung und verkompliziert bedauerlicher Weise die Diskussion.

Trotz aller Unterschiedlichkeit der einzelnen Modelle aber ist allen Ansätzen doch gemein, dass sie eine Abkehr von der bisherigen Reduktion des Menschen auf seine bloße Nutzbarkeit ermöglichen. Wer grundversorgt ist, sich also weder staatlich erniedrigen lassen noch um sein finanzielles Überleben sorgen muss, kann der Gemeinschaft bestenfalls erst tatsächlich nützlich werden. Der Gedanke eines bedingungslosen Grundeinkommens deckt die einem vernünftigen Bild vom Menschen zuwiderlaufende Fokussierung auf dessen Marktwert als ein verhängnisvolles Vorurteil auf, das völlig zu Unrecht in den meisten Köpfen ganz offenbar den Status eines von Gott, der Natur oder sonst wem gewollten oder erlassenen Gesetzes erlangt hat. Ein nicht an Voraussetzungen oder Bedingungen geknüpftes Grundeinkommen soll es jedem gleichermaßen und gerechterweise ermöglichen, ausschließlich Zwecke zu verfolgen und zu realisieren, die seinen Anlagen, Talenten und Vorlieben entsprechen. So jedenfalls sehen es die Befürworter.

Für eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Thematik lassen sich unter www.brandstiftung-online.de entscheidende Argumente der Grundeinkommensdebatte nachlesen und innerhalb der dortigen Foren auch selber ausführlich diskutieren.


Veröffentlicht von: Renate Miethner
Web: http://www.philosophieberatung.de/
Kontakt: e-mail


Über den Autor:
Apeiron Philosophieberatung, 2005 gegründet von der Bonner Philosophin Renate Miethner, ist ein dezidiert philosophisch ausgerichtetes Beratungsunternehmen. Renate Miethner studierte Philosophie an der Rheinischen Friedrich-Wilhems-Universität Bonn und publiziert seit Februar 2006 den kostenfreien Philosophiemonatsbrief (www.philosophiemonatsbrief.de).
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