Wissen ist Macht!Kategorie: Business & Wirtschaft Artikel veröffentlicht von: Dietmar Feigenspan
Von Dipl.-Ing. (FH) Dietmar Feigenspan
Trainer für Persönlichkeitsentwicklung & Verkaufsförderung
Das Wissen, das ein Mensch erlangen kann, erreicht ihn, wenn er zu der Wissensaufnahme auch bereit ist. Wer noch nicht bereit ist bestimmtes Wissen aufzunehmen, der kann es auch nicht richtig verarbeiten.
Bevor jemand ein Buch lesen kann, muss er erstmal lesen können. Klar?
Goethe drückte es so aus: „Nur was man weiß, das sieht man auch.". Sehen Sie’s?
Das Wissen erreicht einen erst, wenn man auch bereit und fähig ist es aufzunehmen. Was wir selbst können, verstehen wir auch bei anderen – und was wir selbst nicht können, verstehen wir auch bei anderen (meist) nicht. So ist es logisch, wenn mir immer wieder Menschen begegnen werden, die mich nicht verstehen. Die nicht verstehen, wieso sie selbst die Schöpfer ihrer Welt sind. Wieso jeder Mensch sich seine eigene Welt erschafft – durch sein eigens Denken, dem dann das eigene Tun folgt. Das ist die Macht des Wissens. Die Macht, mit seinem Wissen, sein Leben lenken und beeinflussen zu können.
Das fängt schon beim Kampf gegen den inneren Schweinehund an. Kennen Sie das nicht selbst? Sie machen sich zum neuen Jahr gute Vorsätze und nach wenigen Monaten, Wochen, Tagen Stunden, ja vielleicht sogar Minuten sind die guten Vorsätze schall und rauch? Sind die alten Gewohnheiten nicht meist stärker als die guten Vorsätze? Woher das wohl kommt?
Ich sag’s Ihnen: Aus Ihrem Unterbewusstsein! Schnippen Sie doch bitte gerade mal mit Ihren Fingern. Und? Geht doch wie von selbst, oder? Bewusst geben Sie Ihrem Körper den Befehl mit den Fingern zu schnippen und er führt es im Unterbewusstsein auch aus. Glauben Sie nicht? Sie denken, Ihr Bewusstsein steuert das? Na dann geben Sie mal bitte allen Muskeln, Sehnen und Nerven die richtigen Befehle, damit Ihre Finger schnippen.
Also ich kann das nicht. Ich weiß ja noch nicht einmal wie viele und welche Muskeln ich wirklich dazu brauche. Wissen Sie das etwa? Vermutlich nicht. Brauchen Sie ja auch nicht, denn Ihr Unterbewusstsein tut das ja für Sie. Dafür ist es ja da. Die Impulse für die Muskeln gibt Ihr Unterbewusstsein heraus. Die genauen Impulse sind in Ihrem Unterbewusstsein abgespeichert und werden auch von dort abgerufen.
Und genauso wie solche Befehle sind auch bestimmte Verhaltensmuster in Ihrem Unterbewusstsein abgespeichert. Und danach handeln Sie. Kämpfen Sie nun gegen ihren inneren Schweinehund, dann kämpfen Sie gegen sich selbst. Ihr Unterbewusstsein interpretiert so was aber als Angriff auf Sie. Es kann nicht zwischen einem äußeren Angriff und einem Befehl Ihres Bewusstseins unterscheiden.
Es interpretiert also zum Beispiel das Morgenjogging, das Sie sich für das neue Jahr verschrieben haben, als Fluchtimpuls. Dieser Fluchtimpuls wird vom Unterbewusstsein geduldet, denn das dient ja grundsätzlich zur Selbsterhaltung. Allerdings gibt es eine gewisse Verwirrung, denn die Sinnesorgane nehmen nichts wahr, wovor Sie fliehen müssten. Die Folge davon ist, dass es Sie sehr viel Überwindung kostet jeden morgen ein paar Runden zu laufen.
Ihr Unterbewusstsein geht grundsätzlich sehr verantwortungsbewusst mit Ihren eigenen Ressourcen um. Das neu eingeführte morgendliche Laufen sieht es als pure Energieverschwendung an. Und je stärker Sie nun dagegen ankämpfen und doch laufen gehen umso stärker wird der Widerstand Ihres inneren Schweinehundes, also Ihres Unterbewusstseins, sein.
Das ändert sich erst, wenn Sie lange genug durchhalten, so dass das morgendliche Laufen in Ihr Unterbewusstsein einprogrammiert wird. Damit haben Sie aber noch lange nicht die alte Programmierung aufgehoben/gelöscht. Sie müssen sich immer noch zum morgendlichen Laufen durchringen. Auch wenn Sie das nun etwas weniger Überwindung kostet.
Obwohl alte Gewohnheiten mit der Zeit schwächer werden, ist die Erinnerung an sie stärker, als an die später hinzu gekommenen guten Vorsätze. Sie sind automatisch geworden und werden so viel leichter abgerufen. Wenn die gedankliche Kontrolle nachlässt, dominieren die automatischen Vorgänge. Deshalb brechen schlechte Angewohnheiten gerade unter Stress wieder hervor. „Heute ist so viel zu tun, da habe ich schon Stress genug. Heute lasse ich das Laufen mal weg." Und schon haben Ihre alten Gewohnheiten wieder die Oberhand.
Würden Sie gerne wissen, wie Sie Ihr Unterbewusstsein so programmieren, dass das nicht passiert?
Das ist ganz einfach! Kämpfen Sie nicht gegen sich an. Sie dürfen sich nicht selbst bekämpfen. Wenn Sie erfolgreich ein morgendliches Laufen etablieren wollen, dann tun Sie das im Einklang mit sich selbst. Geben Sie sich nicht den Befehl: „Zum Anfang laufe ich zehn Runden", sondern: „Ich laufe nur soviel, wie ich kann, so dass es mir dabei gut geht.". Und wenn es, wie bei mir, nur 150 Meter am ersten Tag sind. Heute laufe ich morgens zehn Runden.
Das ist das gleiche Prinzip, wie beim Ändern des Stereotypdenkens (feststehendes, unveränderliches Denken). Kleine Schritte, permanent ausgeführt, bringen einen großen Erfolg. Diese Stereotype, also die Einteilung in Kategorien, hilft uns im täglichen Leben, die Vielzahl von Informationen zu verarbeiten. Denken Sie doch nur mal an typische Berufskleidungen, wie zum Beispiel die eines Schornsteinfegers, eines Bäckers, eines Zimmermanns, einer Nonne, einer Putzfrau und einer Ärztin.
Jeder von Ihnen dürfte eben an die Bilder des Aussehens, der entsprechenden Personengruppen, gedacht haben. Wenn Sie einen Dachstuhl zu errichten hätten, würden Sie doch einen Zimmermann danach fragen, nicht wahr? Und Sie würden doch wohl Ihre Brötchen bei einem Bäcker kaufen, stimmt’s? Und einen Armbruch würden Sie doch vermutlich von einer Ärztin behandeln lassen, oder?
Sehen Sie! Das Denken in solchen Kategorien ist auch immer mit bestimmten Erwartungen verbunden. Einverstanden? Gut! Das sind also Stereotype, die in unserem Langzeitgedächtnis gespeichert sind. Solche Stereotype beeinflussen unser Alltagsleben sehr, ohne dass wir sie bewusst kontrollieren. Und grundsätzlich ist das auch gut so, denn dadurch erleichtern sie uns die Aufnahme und Wahrnehmung von Informationen, die eben genau zu diesen Stereotypen passen.
Aber genau das macht die Verarbeitung von Informationen, die eben nicht zu den Stereotypen passen, so schwer. Denken Sie mal an einen Doktor. Vermutlich denken Sie dabei gerade an einen Arzt, richtig? Es gibt aber sehr viel mehr Doktoren, die nicht Arzt sind zum Beispiel Rechtsanwälte, Ingenieure, Archäologen, Philosophen und noch viel mehr. Der Mensch nimmt gerne Informationen auf, die für Gesetzmäßigkeiten in seiner Umwelt stehen. So werden Ärzte oft als Doktoren bezeichnet. Wer aber ein Doktor zum Beispiel in Jura gemacht hat, der ist für die Menschen ein Rechtsanwalt, Staatsanwalt oder Richter, aber eben kein Doktor. Verstanden?
Doktor ist ein Stereotyp für einen Arzt. Das ist ein Stereotyp, das für weite Teile der Bevölkerung gilt. Und genauso hat jeder Mensch auch seine eigenen Stereotype im Kopf. Gegen solche Stereotype anzugehen ist schwer. So kann eine bewusste Unterdrückung eines Stereotyps sogar zu einem Bumerang werden. Ihr Unterbewusstsein wehrt sich dann kräftig gegen diese Unterdrückung.
Zahlreiche Untersuchungen haben aber auch gezeigt, dass man Stereotype dennoch verändern kann. Das funktioniert durch kleine Schritte. Wenn Informationen ein Stereotyp nur gering in Frage stellt, dann wird die neue Information am ehesten akzeptiert. Versuchen Sie aber das Stereotyp als Ganzes ändern zu wollen, dann wird die neue Information entweder komplett abgelehnt oder allenfalls als „Ausnahme von der Regel" akzeptiert. Diese Ausnahmeregelung hat aber auch immer eine Bestätigung der Regel zur Folge. Der Stereotyp wird also durch die Ausnahme bestätigt und gefestigt.
Am besten weicht man ein Stereotyp auf, wenn man es mit mehreren kleinen Informationen, die ihm jeweils nur leicht entgegenwirken und die sich nicht als Ausnahme abtun lassen, konfrontiert.
Der stete Tropfen höhlt den Stein
Sicherlich haben Sie schon von wundersamen Genesungen gehört. Von Menschen, die einen tödlichen Tumor in sich trugen und ihn besiegt haben. Das sind keine Hirngespinste sondern wahre Begebenheiten. Tumore, die eigentlich zum Tode hätten führen müssen, wurden immer kleiner bis sie sogar verschwanden. Glauben Sie noch nicht? Na gut, dann eine Begebenheit die um die Welt ging und die Sie kennen müssten. Der US-Basketballer Michael "Air" Jordan erkrankte, ich glaube es war Ende der 80er, an AIDS. Das war eigentlich sein Todesurteil. Runde 10 Jahre später fand man bei ihm keine HIV-Viren mehr. Woher kommen solche Heilungen?
Schaut man sich die Berichte über diese Menschen an, dann stellt man immer wieder fest, dass die auf keinen Fall sterben wollten. Sie haben sich mit dieser Diagnose nicht abgegeben, sie haben ihr "Schicksal" nicht akzeptiert. Beweisen kann ich es nicht, aber trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass da das Unterbewusstsein im Spiel ist. Steuert doch das Unterbewusstsein unsere gesamten Körperfunktionen. Und dazu zählt auch die Antikörperproduktion, die für die Bazillen- und die Virenabwehr zuständig ist. Je stärker der (Über-) Lebenswille im Unterbewusstsein verankert ist, desto stärker wird es tätig.
So kann ich mir auch vorstellen, dass die Ursachen für Magersucht ins Unterbewusstsein verankert wurden und dadurch die erkrankte Person sich noch nicht einmal als erkrankt wahrnehmen kann. Das Unterbewusstsein arbeitet ja mit der Verankerung: "Du bist zu fett, Du musst weiter abnehmen". Dabei spielt es dann überhaupt keine Rolle, dass die Person bereits stark untergewichtig ist. Das Unterbewusstsein entscheidet, was richtig ist und was nicht. Und wenn diese Fehlprogrammierung nicht gelöscht wird, führt das unweigerlich dazu, dass der Mensch verhungert.
Das Wissen um die Macht unseres Unterbewusstseins, ist auch die Macht um das eigene Leben. Ob man so eine Fehlprogrammierung löschen kann? Ja natürlich. Alles was man ins Unterbewusstsein programmiert, kann auch wieder gelöscht werden. Das geht von Außen jedoch nur sehr schwer, wenn man nicht eine komplette Gehirnwäsche vollzieht. Deutlich einfacher ist es, wenn der betroffene Mensch es selbst auch will, es aber aus unbekannten Gründen nicht alleine schafft. Dann ist die Bereitschaft/Einsicht da, die Selbstprogrammierung durchzuführen. Und Einsicht ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung. Richtig?
Dabei wird zuerst die alte Programmierung Stück für Stück gelöscht, dann das neue Programm geschrieben, um anschließend Stück für Stück gespeichert zu werden. Mit Abschluss des gesamten Prozesses hat man eine neue Programmierung. Das muss auch durchgeführt werden, wenn man neue Technologien in ein Unternehmen einführt. Dann muss nämlich nicht nur die Arbeitsorganisation neu gestaltet werden, sondern auch das gesamte soziale und technische System. Das beinhaltet auch die ggf. notwendige Neugruppierung sowie neue Verantwortlichkeiten. Dann erst läuft es besser.
Mit freundlichen Grüßen
Dietmar Feigenspan
Veröffentlicht von: Dietmar Feigenspan Web: http://www.erfolgreich-und-gluecklich.de Kontakt: e-mail
| Über den Autor: |
| Dietmar Feigenspan ist seit über 20 Jahren als Führungskraft tätig. Im laufe der Zeit hat er ein eigenes, sehr wirkungsvolles Führungssystem/-konzept entwickelt. Es hat dazu geführt, dass seine Mitarbeiter fünf Mal besser als der Bundesdurchschnitt wurden. Mehr erfahren Sie auf seiner Web-Seite: www.erfolgreich-und-gluecklich.de. |
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