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Wenn Brötchen krank machen

Kategorie: Wissenschaft
Artikel veröffentlicht von: Sven-David Müller-Nothmann


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Die Zahl der Menschen, die bestimmte Getreide nicht verträgt, nimmt zu! Während Mediziner die Zahl der Zöliakie-Patienten auf 0,1 Prozent der Bevölkerung schätzte, ist heute davon auszugehen, dass mindestens 0,5 Prozent der Bevölkerung unter einer mehr oder minder ausgeprägten Form der Zöliakie leiden, erläutert heute der Herausgeber des Fachbuches Praxis der Diätetik und Ernährungsberatung [1] Sven-David Müller-Nothmann in Köln. Bei der Zöliakie handelt es sich nach wissenschaftlichem Konsens um eine Autoimmunkrankheit. Ursache dieses chronischen Leidens ist die Schädigung der Dünndarmschleimhaut durch bestimmte Getreideeiweiße beziehungsweise exakt deren Spaltprodukte. Während Experten die Erkrankung früher im Kindesalter mit Zöliakie und im Erwachsenenalter als einheimische Sprue bezeichneten, ist heute die Bezeichnung Zöliakie für alle Formen der glutensensitiven-/gluteninduzierten Enteropathien üblich, betont Sven-David Müller-Nothmann vom Zentrum für Ernährungskommunikation und Gesundheitspublizistik (ZEK).

Die Therapie der Zöliakie besteht in einer lebenslangen konsequenten Meidung der auslösenden Getreideeiweiße. Diese Proteine befinden sich in Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste, Grünkern sowie verwandten Getreidearten und Urkornarten (beispielsweise Kamut und Einkorn) sowie Tritikale (Kreuzung aus Roggen und Weizen). Während über lange Jahre auch Hafer auf den Verbotslisten der Patienten stand, rechtfertigen wissenschaftliche Untersuchungen die Aussage, dass dieses Getreide beziehungsweise genauer die Substanz Avenin nur eine geringe Toxizität aufweist. Bedauerlicherweise sind reine Haferprodukte in Deutschland kaum erhältlich, sodass ein Restrisiko bleibt, erklärt Müller-Nothmann. Die Zöliakie grundsätzlich mit Getreideeiweiß in Zusammenhang zu bringen, wäre unsinnig, da auch andere Getreide nicht eiweißfrei sind. Jedes Getreide enthält Eiweiß, erläutert Müller-Nothmann. Selbst die Bezeichnung Gluten oder Klebereiweiß wäre zu ungenau, da es sich bei den Zöliakie-auslösenden Substanzen vielmehr um bestimmte Polypeptide handelt:

Weizen: Gliadin
Roggen: Gliadin
Gerste: Hordein

Die diätetische Lebensmittelindustrie bietet geschmacklich hervorragende Spezialprodukte an. Während solche Lebensmittel noch vor einigen Jahren nur im Reformhaus und dem Direktversand erhältlich waren, gehören sie heute auch zum Warensortiment von Biomärkten, Drogerien und vielen Supermärkten. Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Zöliakie-Patienten ein erhöhtes Krebsrisiko aufweisen. Das Risiko steigt in Abhängigkeit von der Belastung mit den krankmachenden Getreideeiweißen. Besonders häufig bei Zöliakie-Patienten sind Malignome im Mund- und Rachenraum, der Speiseröhre sowie Non-Hodgkin-Lymphome. Diabetiker haben ein hohes Risiko, an Zöliakie zu erkranken. Betroffene Patienten leiden oftmals unter einer ausgeprägten Mangelernährung und bedürfen der Diätberatung durch spezialisierte Diätassistenten. Außerdem rät Sven-David Müller-Nothmann den Patienten zur Mitgliedschaft in der Organisation Deutsche Zöliakiegesellschaft e.V. (http://www.dzg-online.de).


Veröffentlicht von: Sven-David Müller-Nothmann
Web: http://www.qualimedic.de
Kontakt: e-mail


Über den Autor:
Qualimedic.com AG, Brückenstraße 1-3, 50667 Köln Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Sven-David Müller-Nothmann (Pressesprecher), 0221-2705212, 0177-2353525 presse@qualimedic.de, www.qualimedic.de
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