Was bewirken Mindestlöhne tatsächlich?Kategorie: Politik Artikel veröffentlicht von: Verena Esslinger
Mindestlohndebatte
Der Grund, warum es zur Einführung von gesetzlichen oder tariflichen Mindestlöhnen kommt, ist offensichtlich. Der Staat bzw. die Unternehmen wollen den Lebensstandard der Arbeitskräfte sichern und erhöhen.
Doch was bewirken Mindestlöhne tatsächlich? Wie sehen die volkswirtschaftlichen Folgen aus?
Eine Folge der Einführung von Mindestlöhnen ist strukturelle Arbeitslosigkeit, die dadurch entsteht, dass die Anzahl der verfügbaren Arbeitsplätze nicht ausreicht, um jedem, der arbeiten will, auch einen Arbeitsplatz zu geben. Diese steht im Gegensatz zur übergangsbedingten Arbeitslosigkeit, die durch den Anspruch der Unternehmen entsteht, die offenen Stellen mit den Arbeitskräften zu besetzen, welche die entsprechenden Voraussetzungen, wie z. B. Ausbildung, Fähigkeiten dafür mitbringen.
Die Existenz von Mindestlöhnen, d. h. Löhne oberhalb des Gleichgewichtslohnsatzes (der sich durch Angebot und Nachfrage auf freien Märkten automatisch einstellt) haben durchaus ihre Berechtigung.
1. der Lohnsatz für ungelernte und weniger qualifizierte Arbeitskräfte erhöht sich (dies betrifft den gesetzlichen Mindestlohn)
2. Gewerkschaften können durch ihre Macht und ihren Einfluss die Löhne, die von den entsprechenden Unternehmungen gezahlt werden, erhöhen
3. Effizienzlöhne, das sind Löhne (über dem Gleichgewichtsniveau) die Unternehmungen freiwillig zahlen, um die Produktivität der Arbeit zu steigern
Alle drei Ursachen haben die gleichen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt:
das Angebot an Arbeitskräften vergrößert sich, die Nachfrage der Unternehmen geht dagegen zurück.
Fazit:
Mindestlöhne erhöhen die Einkommen der Arbeitskräfte, die einen Arbeitsplatz haben, vermindern aber die Einkommenschancen für diejenigen, die keine Arbeit finden. Außerdem werden diejenigen, die von den Unternehmen für einen geringeren Lohn beschäftigt wurden oder beschäftigt hätten werden können, nun schlechter gestellt. Die Folge ist also höhere Arbeitslosigkeit. Diese kann nur eingedämmt oder verringert werden (und damit das Ziel von Mindestlöhnen ohne größeren Schaden erreicht werden), wenn die Qualifikationen der Arbeitsnehmer vom Staat gefördert werden. Der Staat muss also z. B. mehr Geld in Weiterbildungsprogramme, die Unterstützung von jungen Arbeitnehmern (Chance geben, sich zu entwickeln) und Förderung von Jugendlichen mit keinem oder schlechterem Schulabschluss investieren.
► Mindestlöhne sind nur augenscheinlich ein guter Weg Arbeitslosigkeit zu verringern, ohne dass dies den Staat etwas kostet.
Beispiel USA:
Mindestlohnvorschriften haben dort auf Jugendliche und altersbedingte Jugendarbeitslosigkeit die stärkste negative Auswirkung.
► empirische Analysen belegen:
eine Anhebung des Mindestlohnsatzes um 10% erhöht die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen um 1 bis 3%
allerdings: durch bessere Verdienstaussichten bemühen sich mehr Jugendliche um Arbeit, manche geben frühzeitig die Schule auf, um früher ins Arbeitsleben zu starten
jedoch: diese Jugendliche, die früher ins Arbeitsleben kommen, verdrängen andere Jugendliche mit schlechteren Qualifikationen, die eventuell bereits einen Arbeitsplatz hatten
Veröffentlicht von: Verena Esslinger Kontakt: e-mail
| Über den Autor: |
| Studentin Internationale BWL |
Dieser Artikel darf von Dritten für die Inhalte von Newslettern oder Websitecontent verwendet werden. Voraussetzung für eine Veröffentlichung durch Dritte ist, die jeweilige Autoreninfo aus 'Über den Autor', unter jedem Artikel vorhanden, unverändert mit zu veröffentlichen. Ein Verstoß gegen diese Regel, verstößt gegen die Copyright-Bestimmung. Es wäre ebenfalls von Vorteil den Verfasser des Artikels per e-Mail zu informieren, wo sein Artikel veröffentlicht wurde.
| Weitere Artikel von Verena Esslinger: |
|
|
|