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Vertrauen durch gezielten Dialog

Kategorie: Business & Wirtschaft
Artikel veröffentlicht von: Urs Steudler


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Wer Public Relations im internen Dialog gezielt und richtig einsetzt, erhält motivierte und loyale Mitarbeitende. Diese unterstützen das gesamte Unternehmen, sorgen für eine positive Arbeitsatmosphäre und fördern das positive Image nach aussen.

ust. Zahlreiche Unternehmer geben an, die Mitarbeitenden seien ihr wichtigstes Kapital. Schade ist nur, dass genau diese Mitarbeitenden firmeninterne Veränderungen aus den Medien erfahren müssen. Die Folge davon ist, dass Mitarbeitende verunsichert und demotiviert werden. Es stellen sich die Fragen: «Hätte die Verunsicherung der Mitarbeitenden verhindert werden können?» und wenn ja: «Wie?».

Public Relations als Lösung
In den Public Relations existiert der Grundsatz «Interne Kommunikation vor externer Kommunikation». Das bedeutet, dass zuerst alle Mitarbeitenden über positive als auch über negative Veränderungen oder Ereignisse informiert werden müssen. Erst danach folgt die öffentliche Information. Wer diesen Grundsatz konsequent einhält, kann sicher sein, ein gutes Arbeitsumfeld zu schaffen; mindestens in kommunikativer Hinsicht. Durch klaren internen Austausch steigt die Chance auch in unangenehmen Zeiten auf die Mitarbeitenden zählen zu können.

Mittel für internen Dialog
Für den Dialog innerhalb des Betriebes gibt es verschiedene Varianten. In kleineren Firmen mit wenigen Mitarbeitenden, bietet sich eine Mitarbeiterversammlung an. Hier kann der Unternehmer die Anwesenden persönlich, schnell und einfach über neue Umstände aufklären. Die Versammlung hat auch den Vorteil, dass auf Fragen direkt eingegangen und diese sofort geklärt werden können. Dieses Mittel eignet sich bei Unternehmen mit vielen Mitarbeitenden nur bedingt. Eine Versammlung zu organisieren ist aufwändig. Daher lohnt sie sich bei Grossbetrieben nur dann, wen eine persönliche Stellungnahme durch die Geschäftsleitung zwingend erforderlich ist.
Andere zweckmässige Kommunikationsmittel sind beispielsweise E-Mail, Intranet, Anschlagbrett, Aushang in allen Abteilungen, Mitarbeiterzeitung, Flugblatt oder persönliche Information durch die Abteilungsleiter. Die geeignete Mitteilungsform muss im Einzelfall geklärt werden. Je nach Unternehmensstruktur gibt es unterschiedliche Kommunikationswege. Welcher Weg im «Ernstfall» zu beschreiten ist, kann und sollte im Vorfeld vorbereitet werden. Dadurch ist im «Ernstfall» bereits klar, wer, wann und wie den Dialog mit den Mitarbeitenden aufnimmt und führt.

Regeln für internen Dialog
Wie generell in den Public Relations, gelten auch für den internen Dialog mit den Mitarbeitenden folgende Regeln. Die Kommunikation nach innen muss offen, ehrlich, transparent und umfassend sein. Sie muss umgehend erfolgen und von der Geschäftsleitung vorgenommen werden. Die Mitarbeitenden wissen dieses Verhalten zu schätzen und belohnen es, indem sie sich loyal verhalten. Sie werden zu Unternehmensvertretern, die falsche Meinungen in der Öffentlichkeit selbständig korrigieren und ihnen vorbeugend entgegentreten. Dies gelingt aber nur dann, wenn die Mitarbeitenden als Partner behandelt und umfassend informiert werden.

Vom Strohfeuer zum Flächenbrand
Unterbleibt die offene, ehrliche, transparente und umfassende Kommunikation, wird dies sehr schnell ans Tageslicht kommen. Enttäuschte oder für Propagandazwecke missbrauchte Mitarbeitende, werden sich vom Unternehmen distanzieren. Die Missstimmung innerhalb des Betriebes senkt die Arbeitsleistung. Produktivität und effiziente Arbeitsweise werden gebremst und ein Umsatzrückgang kann die Folge sein. Zu den bestehenden Problemen gesellen sich dann weitere kleine Feuerherde, die sich schnell zu einem Flächenbrand entwickeln können. In den meisten Fällen ist dann das zerrüttete Verhältnis zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitenden (fast) nicht mehr zu korrigieren.

Unternehmenserfolg
Gezielte Kommunikation nach aussen beeinflusst den Erfolg des Unternehmens. Und genau so oder noch stärker, beeinflusst der interne Dialog mit den Mitarbeitenden, den Unternehmenserfolg. Denn, die Mitarbeitenden leisten täglichen aktiven Einsatz für das Unternehmen. Je besser die Mitarbeitenden informiert und einbezogen sind, desto mehr Freude haben sie und umso mehr setzen sie sich für den Unternehmenserfolg ein. Die Unternehmensinterne Stimmung und Atmosphäre bestimmt sehr direkt die Firmengeschicke. Ob die Geschäftsführung unterstützt wird oder nicht, hängt sehr stark von deren aktiver oder passiver Kommunikation ab. Geschäftsführende sollten sich daher vermehrt dem internen Dialog mit ihren Mitarbeitenden widmen. Dies ist ein relativ günstiges und erfolgversprechendes Mittel, um das Unternehmen erfolgreich zu führen. Mittel- bis langfristig kann der Umsatz erhöht, das Image gefestig und Arbeitsplätze gesichert werden.
Die interne Kommunikation darf nicht mit allgemeiner Information verwechselt werden. Der Unterschied besteht darin, dass bei der internen Kommunikation ein Dialog zwischen allen Beteiligten stattfindet. Demgegenüber ist eine Information nur eine Ein-Weg-Kommunikation. Sie hat aber im Bereich der Informationsverbreitung selbstverständlich ihre unbestrittene Existenzberechtigung.
Um einen internen Dialog aufzubauen, ist das Vorgehen genauso ernst zu nehmen, wie wenn mit externen Bezugsgruppen kommuniziert werden soll. Daher gilt: auch die interne Unternehmenskommunikation muss geplant, organisiert und schlussendlich kultiviert werden.
Es gilt sicher zu stellen, dass beim internen Dialog alle Mitarbeitenden einbezogen werden und die verbreiteten Mitteilungen erhalten.


Auswahl von Massnahmen für die interne Kommunikation
– Tag der offenen Tür für Mitarbeitende und Angehörige
– Betriebsführungen für Angehörige
– Vorträge, Weiterbildungsveranstaltungen und Workshops (evtl. auch für Angehörige)
– Lehrlings- und Mitarbeiterausflüge
– Einführungstage für neue Mitarbeitende und Lehrlinge
– regelmässige Sitzungen und Versammlungen mit relevanten Inhalten
– Betriebsausflug, Jubiläumsveranstaltung
– Apéro beispielsweise zu Festtagen (1. August, Neujahr usw.)
– interne Ausstellung
– usw.

Mögliche Drucksachen für die interne Kommunikation
– Mitarbeiterzeitung/Mitarbeitermagazin
– Aushang am schwarzen Brett
– Rundschreiben
– persönlicher Brief
– Mitarbeiterhandbuch
– Mitarbeiterbroschüren
– Presseclippings
– Motivationsplakate
– Leitbildplakate
– usw.

Digitale Kommunikationsmittel
– Intranet
– E-Mail, interner Newsletter
– Schulungsvideo, Unternehmensvideo
– Tonbildschau, Präsentation
– usw.

Verschiede andere Massnahmen
– interne Wettbewerbe
– Förderung ehrenamtlicher Tätigkeit wie beispielsweise Dozenteneinsätze
– Mitarbeiterumfrage
– Ideenmanagement
– Kummerkasten
– Firmensport
– usw.


Veröffentlicht von: Urs Steudler
Web: http://www.steudler.net
Kontakt: e-mail


Über den Autor:
Urs Steudler ist Kommunikationsberater und Grafikdesigner. Seine Agentur Steudler Grafik & Werbung, 8605 Gutenswil, ist auf die Beratung und Betreuung von Start-ups und KMU spezialisiert. Der Autor ist ausserdem als Referent in verschiedenen Fachbereichen tätig und führt Einführungs-Seminare und Referate vor allem für branchenfremde Personen durch.
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