Trauer um den Mainzer Publizisten Hermann DexheimerKategorie: Personalien Artikel veröffentlicht von: Ernst Probst
Geboren am 18. Juni 1930, gestorben am 18. November 2005
Mainz/Wiesbaden – Hermann Dexheimer, der langjährige Chefredakteur der Allgemeinen Zeitung in Mainz und des Wiesbadener Tagblatts, ist in der Nacht zum Freitag, 18. November 2005, im Alter von 75 Jahren gestorben. Er hatte bei der Allgemeinen Zeitung sein Berufsleben als Volontär begonnen und war dank seines ungewöhnlichen Talents und Fleißes zunächst zum Ressortleiter für Politik und später zum Chefredakteur aufgestiegen.
Bei seinem Amtsantritt als Chefredakteur galt Hermann Dexheimer als einer der jüngsten Chefredakteure Deutschlands. Er leitete rund drei Jahrzehnte lang eine große Redaktion mit weit mehr als 100 Journalisten und Journalistinnen in Mainz, Bad Kreuznach, Bingen, Ingelheim, Alzey und Worms in Rheinland-Pfalz sowie in Wiesbaden, Rüsselsheim und zeitweise in Idar-Oberstein und Darmstadt.
Fast jeden Freitag verfasste Hermann Dexheimer mit spitzer und geachteter Feder einen tiefschürfenden Leitartikel für die Titelseite. Er lud bedeutende Persönlichkeiten aus Politik, Kirche und Gesellschaft in die Redaktionskonferenz ein und führte mit ihnen interessante Gespräche, über die in der Zeitung berichtet wurde.
Allem Neuen gegenüber war Hermann Dexheimer sehr aufgeschlossen. Er hatte ein großes Gespür für wichtige Themen, deren Bedeutung er oft früher als andere erkannte und denen er stets viel Platz im Blatt einräumte. Bei Reisen, die ihn unter anderem nach China und in die damalige Sowjetunion führten, informierte er sich selbst an Ort und Stelle über die Verhältnisse.
Aus dem Rahmen des Üblichen fiel Hermann Dexheimers publizistisches Engagement für Themen aus Kirche und Wissenschaft. Während seiner Ägide besaß die Allgemeine Zeitung ein weitreichendes Korrespondentennetz in aller Welt, das an jedem Erscheinungstag viele Eigenberichte lieferte.
Die unter der Führung von Hermann Dexheimer arbeitenden Redakteure und Redakteurinnen wussten sein humanes Regiment sehr zu schätzen. Sein Zorn über ärgerliche Fehler verrauchte stets schnell. Gegenüber „Sorgenkindern" in der Redaktion verhielt sich der engagierte evangelische Christ sehr tolerant und gab ihnen selbst dann noch eine Chance, wo viele andere an seiner Stelle dies nicht mehr getan hätten.
Beim Abschied von Hermann Dexheimer als Chefredakteur hielt der damalige Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl die Festansprache. Die publizistische Leistung von Hermann Dexheimer wurde vielfach gewürdigt. Der Bundespräsident verlieh ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.
Im Wintersemester 1994/1995 und im Sommersemester 1998 fungierte Hermann Dexheimer als Lehrbeauftragter für den Aufbaustudiengang Journalistik am Institut für Publizistik der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.
In den letzten Jahren seines Lebens litt Hermann Dexheimer an einer schweren Krankheit, wegen der er ein zurückgezogenes Leben führte. Seine Ehefrau Christa eine evangelische Pfarrerstochter, pflegte ihn aufopfernd und liebevoll.
Veröffentlicht von: Ernst Probst Web: http://www.antiquitaeten-shop.net Kontakt: e-mail
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| Ernst Probst ist Journalist, Wissenschaftsautor, Buchautor, Buchverleger, Antiquitätenhändler und Fossilienhändler |
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