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Sydney or the Bush

Kategorie: Reise, Urlaub & Freizeit
Artikel veröffentlicht von: Dagobert Wiedamann


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Australien profitierte (oder nicht?) vom Wegfall der amerikanischen Kolonien. Das drakonische britische Strafsystem sah auch für kleinste Vergehen, wie Wilderei oder Diebstahl, Gefängnisstrafen zwischen 7 und 14 Jahren vor. Nur wohin mit den Bestraften, wenn die Zuchthäuser voll sind? Außerdem wollte man die vielen politischen Häftlinge aus Irland und Schottland gern loswerden. Welch einmalige Gelegenheit, die alle nach Australien abzuschieben. Mit den 11 Schiffen der First Fleet kamen 1500 Menschen, darunter 193 Frauen und 582 Männer als Verurteilte, in das neue Land. Auch 247 Passagiere (56 Ehepaare, davon 24 mit Kindern) wagten den Schritt in die neue Welt. Überwiegend Iren, aber auch Schotten, Nordamerikaner, Juden und Schwarzafrikaner. Nur 47 Passagiere starben während der Überfahrt.

Der erste Gouverneur, der ehemalige Captain der First Fleet, Arthur Phillip hatte nach der Ankunft große Probleme mit der Ernährung der Strafgefangenen und seiner Mannschaften. Es waren überwiegend Städter, die hierher geschickt wurden. Von Landwirtschaft hatten sie keine Ahnung. Der heimische Stamm der EORA nannte diese Menschen „gefallene Sterne" (Turuga). Man war auf Versorgung durch England angewiesen und erwartete sehnsuchtsvoll die Ankunft der zweiten Flotte 1790 hier in Australien. Bald kamen die notwendigen Vorräte und gleichzeitig auch weitere 1000 Strafgefangene ohne wesentliche Kenntnisse in der Landwirtschaft. Phillip sah für die Ernährung der Menschen nur einen Ausweg. Unter den zivilen Umsiedlern gab es sowohl 1788 als auch 1790 einige echte Landwirte, die eine Siedlung gründen wollten. Das beabsichtigte auch eine ganze Reihe von Militärangehörigen bäuerlicher Herkunft, die nach dem Dienst in Australien blieben. Nur fehlten dringend Arbeitskräfte. Phillip blieb nichts weiter übrig, als den Siedlern Strafgefangene als Arbeitskräfte zuzuweisen. Und so eröffnete er einen Kreislauf. Viele Sträflinge erwarben nach Abbüßung ihrer Strafe, um selbstständige Siedler zu werden, Land und betrieben Landwirtschaft oder Viehzucht. „Emanzipisten" nannte man diese Männer, denen die neue Kolonie viel verdankt. Ab 1793 hielt der Zustrom von Landwirten dann aus aller Welt unvermindert an. Trotzdem herrschte die Kaste der Offiziere nach eigenem Dünken. „Rum Corps" hießen die, sich am Rumhandel bereichernden, korrupten Offiziere im Volksmund. Die wagten sogar 1809 den Gouverneur William Bligh, einen Überlebenden der Bounty, abzusetzen.

Lachlan Macquarie schaffte Ruhe und Ordnung in der Kolonie. Dies konnte er nur tun, weil er sich 1809 ihm ergebene Elitesoldaten aus England mitbrachte. Seine Gouverneurtätigkeit bis 1821 war die wichtigste Periode der jungen Kolonie. Den Gedanken von Phillip aufgreifend verfolgte auch Macquarie eine konsequente Begnadigung von besserungswilligen Gefangenen mit landwirtschaftlicher Erfahrung.

Mehr Geschichten über Australien können Sie in unserem The-Apple-Island.de nachlesen.


Veröffentlicht von: Dagobert Wiedamann
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