Spiele als ZukunftskunstKategorie: Computer & Internet Artikel veröffentlicht von: Nico Döring
Seit dem Ende des zwanzigsten Jahrhunderts sieht sich die Menschheit einem neuen, alles integrierenden Medium gegenübergestellt. Bits und Bytes erschaffen neue Welten, die immer realer aussehen. Die Möglichkeiten erscheinen grenzenlos und schließen selbst brutale Gewalt mit ein. Das ruft natürlich die Kritiker auf den Plan, die ein psychologisches Sicherheitsrisiko erkannt zu haben glauben.
Die Rede ist natürlich von Videospielen, die ihre Anfänge mit 4-bit Anwendungen nahmen und in wenigen Jahrzehnten zu grafischen Meisterwerken wie „Bioshock" oder „Crysis" mutierten. Was früher nur in Filmen und Büchern möglich war, nämlich eine Geschichte zu erzählen und einen Menschen in sich hineinzuziehen, wurde durch Videospiele revolutioniert.
Doch nicht nur die Qualität und Möglichkeiten des Mediums „Computerspiel" haben seit Anbeginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts einen bedeutsamen Sprung gemacht. Spätestens seit „Metal Gear Solid" oder „Deus Ex" gibt es Spiele mit intellektuellem Hintergrund und philosophischen Grundgedanken. Es gibt also durchaus Videospiele, die bereits jetzt wahre Kunst sind, jedoch von der Mehrheit der Menschen noch nicht als solche erkannt worden ist.
Dennoch steigt die Nachfrage an solchen, für die Spielewelt bedeutsamen Werken rapide an. Denn die so genannten Meilensteine der Spieleszene erfüllen eben jenen Zweck, den Kunst zu allen Zeiten sich zum Ziel gemacht hat. Neue Perspektiven auf bestehende Sachverhalte eröffnen und zu eigenständigen Gedankengängen anregen. Sind also Videospiele das Medium für die Künstler der Zukunft?
In jedem Fall sind sie schon jetzt das Vielseitigste. Doch leider arbeitet die Spielindustrie bisweilen nur bedingt an ihrem eigenen Image. Dieses wird weiterhin mit den Attentaten von sozial vernachlässigten Amokläufern in Verbindung gebracht, die in erster Linie ein Problem mit ihrem Umfeld hatten, dass ihre Realität mit Sicherheit mehr geprägt hat, als es ihre Lieblingsspiele konnten.
Doch früher oder später werden sich Spiele in die künstlerischen Medien, wie einst Bücher und Filme einreihen. Zu allen Zeiten haben die Menschen neue Medien kritisch beäugt, spezielle Werke verboten und sogar Hasspropaganda dagegen betrieben. Denn es ist einfacher die komplexen Probleme einer bestehenden Gesellschaft auf ein scheinbares Problem zu reduzieren. Letztlich setzt sich der innovative Gedanke immer durch und was gerade noch verpönt wurde, erhält den Status wertvoller Kunst. Und erweitert des Menschen Horizont.
Veröffentlicht von: Nico Döring Web: http://www.scheinschatten.de Kontakt: e-mail
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