Software für Ultraschallgeräte: Weltmarktführer kommt aus DeutschlandKategorie: Gesundheit Artikel veröffentlicht von: Alexander Hauk
Von Alexander Hauk
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) hat die Ultraschalldiagnostik in den vergangenen Jahren „gewaltige Sprünge" gemacht. Das ist auch ein Verdienst der TomTec Imaging Systems GmbH: Weltweit arbeiten Ultraschallgeräte mit den Computerprogrammen der Softwareschmiede aus dem bayerischen Unterschleißheim. Auf dem Gebiet der 4D-Ultraschalldatenverarbeitung, das heißt die Bilder werden in Bewegung dreidimensional aufgezeichnet und dargestellt, gilt das Unternehmen sogar als Weltmarktführer.
„Die Geräte der größten Medizintechnikhersteller sind mit unseren Programmen ausgestattet", berichtet TomTec-Geschäftsführer Ulrich Haupt. Mit Hilfe der Software können Mediziner und Wissenschaftler die aufgezeichneten Bilder auswerten und bearbeiten. Im Vergleich zur Computertomographie (CT) ist der Patient bei einer Ultraschalluntersuchung keiner Strahlenbelastung ausgesetzt. „Bei einer Diagnose mit Ultraschall sind Patienten im Vergleich zur Computertomographie keiner Röntgenstrahlung ausgesetzt", berichtet Geschäftsführer Ulrich Haupt über die Vorteile.
Neben der für Patienten schonenderen Untersuchung sprechen laut Haupt auch finanzielle Gründe für den Einsatz von Ultraschall: „Während zum Beispiel für eine Herzuntersuchung mit dem Magnetresonanztomographen je nach Versicherungsstatus rund 500 bis 900 Euro anfallen, sind es bei einer Diagnose mit Ultraschall etwa 100 bis 200 Euro." Die DEGUM mit Sitz in Bonn bewertet die relativ kurze Untersuchungsdauer ebenfalls als einen großen Vorteil: „Nach einem Autounfall zum Beispiel kann die Ultraschalldiagnostik schneller als jede andere Untersuchungsmethode die benötigten Bilder zur Verfügung stellen", sagt Diplom-Ingenieur Hans-Jürgen Schultz. Das Ultraschallgerät sei das moderne Stethoskop des Arztes, so der Leiter des Arbeitskreises für Ultraschallsysteme.
Jüngste Entwicklung von TomTec ist die „4D RV-Function Software" zur Untersuchung der rechten Herzkammer. Das Programm liefert erstmals neben dreidimensionalen Bildern die dazugehörigen Untersuchungsergebnisse. Bis zur Marktreife dauerte die Entwicklung zwei Jahre. Dabei wurden die Untersuchungsergebnisse von rund 100 Patienten in Tests mit Ultraschall, Magnetresonanztomograph (MRT) und CT miteinander verglichen. „Die noch vorhandenen geringen Messunterschiede sind für den klinischen Alltag bedeutungslos", sagt der unabhängige Kardiologe Dr. Ralph Stephan von Bardeleben, Oberarzt an der Universitätsklinik in Mainz.
Gewöhnlich entwickeln die Hersteller von Ultraschallgeräten ihre Programme selbst. Dazu zählen zum Beispiel Philips, Siemens und GE Healthcare. Damit sie sich dennoch für die TomTec-Programme entscheiden, muss das Unternehmen dem Markt, stets einen Schritt voraus sein. „Die Entwicklungsabteilungen und eigene Entwicklungsfirmen der Kunden von TomTec sind zugleich die größten Mitbewerber", sagt Hans-Peter Bursig, Geschäftführer des Fachverbands Elektromedizinische Technik in Frankfurt am Main.
Bei TomTec geht es international zu: Mitarbeiter aus Deutschland, China, der Ukraine, der Türkei, den USA und vielen anderen Ländern tüfteln an immer besseren Computerprogrammen. Inzwischen hält das 1990 gegründete Unternehmen 48 Patente. Damit die Ideen weiterhin sprudeln, kommen die TomTec Mitarbeiter in den Genuss außergewöhnlicher Extras: „Dazu gehören zum Beispiel Arbeitszeiten auf Vertrauensbasis, ein Firmenhandy, das auch für private Gespräche benutzt werden kann und Massagen während der Arbeitszeit", zählt Haupt auf. TomTec zählt zu „Deutschlands besten Arbeitgebern 2007" und wurde im vergangenen Jahr (2007) vom ehemaligen bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber mit dem Preis „Bayerns Best 50" ausgezeichnet.
(Internet: TomTec Imaging Systems GmbH: www.tomtec.de)
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