Schultipps für "kleine Schrate" vom "Atelier Wortquelle"-Hörspielteam, den Machern von "Krumpelpump und Schlumperstrolch"Kategorie: Familie Artikel veröffentlicht von: Leilah Lilienruh
Aller Anfang ist bekanntlich schwer, aber Eltern können sich und ihren Kindern vieles im ersten Schuljahr erleichtern, wenn sie einige Kleinigkeiten bedenken:
Der schratig-feinste neue Ranzen macht keine Freude, wenn die Tragegurte falsch eingestellt sind, der kleine Schrat die Verschlüsse noch nicht aufkriegt oder wenn ungünstig gepackt wird – schwere Bücher bitte an die Rückenseite!
Ranzen mit "süßen" Motiven wie Comicmäuse oder Teddybären sind niedlich und gefallen den Kindern im Laden oft sehr gut. Da die Jüngsten aber heutzutage mächtig cool sein wollen, wird häufig bereits in der ersten Klasse von Kameraden über die "Babybilder" gelästert, was dazu führt, dass die Sprösslinge nach kürzester Zeit einen anderen (teuren) Ranzen haben wollen.
Kleine Schrate verlieren in der Grundschulzeit nicht nur Milchzähnchen. Sie vergessen oder vertauschen anfangs öfter ihre Jacken, Schirme, Kappen etc. in der Schule. Wichtig: Alles, was beschriftbar ist, auch beschriften, das heißt: auch jeden einzelnen der teuren dicken Buntstifte. Erfahrungsgemäß ist das Mäppchen sonst nach vier Wochen fast leer.
Junge Schrate müssen in der Pause ausreichend und gesund essen und trinken. Ein Riesen-Schratenschlamassel gibt es, wenn das Getränk in den Ranzen läuft. (Verklebte Schulbücher müssen bezahlt werden!) Deshalb auf gute Trinkflaschen achten und rechtzeitig das Auf- und Zudrehen mit dem Schratenkind üben.
Der Ranzen wird gleich am Anfang ziemlich schwer. Spielzeug, Tauschkarten und Comics machen Spaß, wiegen aber zusätzlich. Kleinere Ranzenformate sind zwar anfangs bei zierlichen Kindern von Vorteil, genügen aber meistens nach ein paar Monaten schon nicht mehr den Platzansprüchen der Schulbücher.
Leider neigen nicht nur Farbkästen, Stifte und Lineale, sondern auch Wertgegenstände heutzutage mehr denn je dazu, in der Schule zu „verschwinden". Der kleine Schrat sollte nicht das teuerste Handy, die nigelnagelneue Markensonnenbrille oder mehr Geld als unbedingt erforderlich mitnehmen, sonst gibt es schnell Tränen.
Manche Lehrer/innen sehen es aus gutem Grund nicht gern, wenn Süßigkeiten mitgebracht werden. Zum Einen ist der süße Genuss bekanntermaßen ungesund (schlechte Zähne, Vitaminverlust, Unterzuckerung!), zum Anderen weckt die Schlemmerei Neid bei den Kameraden. Brote mit der beliebten Nussnougat-Creme und Teilchen sind übrigens auch Süßigkeiten.
Die Klassenliste mit Namen und Telefonnummern der anderen Schrateltern wird bald zum wichtigen Utensil, wenn es z. B. um Hausaufgaben, Elternabende oder Rundrufe wegen Unterrichtsausfalls geht. Also: Den Zettel nicht zu gut wegpacken, stets aktualisieren und niemals verschludern.
Kleine Schubsereinen und Spott auf dem Schulweg können ganz harmlos sein.
Schnell artet so etwas aber in Mobbing aus. Sollten Sie ein ungutes Gefühl haben, dann zögern Sie nicht, sich vertrauensvoll an die Klassenlehrer/innen zu wenden. Übrigens: Mini-Schrate verschweigen aus Angst oft, dass sie ganz doll geärgert werden.
Wenn er müde ist, kann der klügste kleine Schrat nix leisten. Dann fühlt er sich ganz einfach nur koboldomisabel und wird ganz zappelig. Darum gehört er (außer vielleicht in den Ferien und an den Wochenenden) vor dem abendlichen Spielfilm ins Kuschelbett.
Total in Stress geraten Eltern von kleinen Schraten spätestens dann, wenn es um das Thema „Langsamkeit" geht. Bald werden Sie feststellen, dass der Heimweg von der Schule ohne Ihr Beisein dreimal so lange dauern kann - weil alles so interessant ist - und dass sich die Hausaufgaben - die für höchstens eine halbe Stunde angesetzt waren - mitunter über den gesamten Nachmittag erstrecken. Unser Tipp: Erstmal durchatmen, geduldig ermahnen und abwarten, ob sich die Dinge noch einspielen.
Besser ist es übrigens, die Hausaufgaben gleich mittags nach dem Essen und einer kleinen Ruhepause zu erledigen. Nach dem Spielen haben die kleinen Schrate meist erst recht keine Lust mehr auf anstrengende Arbeit. Der Fernseher, das Radio und selbst unsere witzigen Hörspiele gehören dabei natürlich aus. Ungünstig sind auch Spielkameraden, die schon ungeduldig vor der Haustür warten.
Schulpflichtige Kinder und Privatsphäre, das ist schwierig zu vereinbaren. Bedenken Sie bitte, dass die meisten Kleinen sehr mitteilsam sind und familiäre Begebenheiten gern mit Freunden und Lehrern teilen. Wer nicht möchte, dass seine ganz privaten Belange zum öffentlichen Thema werden, sollte ab sofort noch sorgsamer abwägen, was der Nachwuchs hören darf und was nicht.
Wenn plötzlich alles ganz neu und ungewohnt ist, kann man schon mal etwas Wichtiges vergessen, z. B. dass da eine Information im Mitteilungsheft steht oder dass Elternbriefe ausgeteilt wurden. Schrateneltern, die nicht auf Überraschungen stehen, schauen lieber von sich aus regelmäßig den Schulranzen durch! Da finden sich dann sicherlich auch so Sachen wie hübsche Steine, Tannenzapfen, alte Schulbrote…
Neue Folgen der liebenswerten, witzigen und lehrreichen Schratgeschichte "Krumpelpump und Schlumperstrolch" von Horatio Hudl gibt es übrigens ab Frühjahr 2006. wie immer zu bestellen unter anfrage@wortquelle.de.
Veröffentlicht von: Leilah Lilienruh Web: http://www.wortquelle.de Kontakt: e-mail
| Über den Autor: |
| -Geboren am 1.4.1963 in Offenbach a. Main
-verheiratet, drei Kinder, wohnhaft in der Nähe von Kassel
-Nach dem Abitur Ausbildung zur Zeitungsredakteurin, anschließend Studium der Sozialwissenschaften an der Universität Göttingen
-Während des Studiums und später langjährige Tätigkeit als Freie Journalistin, Schwerpunkte Frauenpolitik, Reise und Kultur
-Als Ghostwriterin für Verlage, Unternehmen und Privatpersonen tätig
-Veröffentlichungen von Kurzgeschichten und Gedichten in Zeitungen
-Seit 2000 maßgebliche Mitwirkung als Texterin, Komponistin und Zeichnerin bei der Realisierung von Hörbüchern, Hörspielen und Gedichtheften in Horatio Hudls Projekt „Atelier Wortquelle“. www.wortquelle.de
-Aus Gründen künstlerischer Freiheit und zur Wahrung der Privatsphäre der Familie ausschließliche Arbeit unter Pseudonymen, im Lyrik –und Prosabereich Leilah Lilienruh.
-2005 Aufnahme in die „Frankfurter Bibliothek des zeitgenössischen
Gedichts“ durch die „Brentano-Gesellschaft & Cornelia Goethe Akademie“ zu Frankfurt a. Main. Das ausgewählte Werk entstammt der Lyriksammlung „Gezeitenlos“, die von „Atelier Wortquelle“ als Hörbuch realisiert wird.
-Das Manuskript zu einem sozialkritischen Roman wurde kürzlich vollendet. |
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