Von Vögeln und AnalogienKategorie: Meinung Veröffentlicht von: Dietmar Feigenspan
Von Dipl.-Ing. (FH) Dietmar Feigenspan
Trainer für Persönlichkeitsentwicklung & Verkaufsförderung
Da gönne ich mir eine Pause im Café, greife mir die Zeitung, die da rum liegt und was muss ich sehen? Eine Buchvorstellung (zum Glück keine Empfehlung) in der wieder einmal mit verschiedenen Vogelarten herum analogiesiert wird. Eigentlich dachte ich, dass so etwas mit der Einbuchtung von Höller (Motivations-Blender) endlich vom Markt verschwunden wären. Erfreulich fand ich, dass der Journalist sich einen entsprechenden Kommentar nicht verkniffen hat.
Zitat:
... Das klingt genauso bemüht, wie es dann auch wirklich ist, und in Zeiten der Vogelgrippe ist jeder Piepmatz, egal ob Manager-Adler oder Zauderer-Ente, sowieso suspekt. tin
Ergänzend möchte ich meinen Senf dazu geben:
Egal ob Hühner und Adler oder Ente und Falke - solche Vergleiche sind ganz einfach nur Schrott. Wer so etwas verzapft beweist der Welt, dass er selbst ein geistiger Tiefflieger ist. Der Raubvogel wird dabei als Herr der Lüfte dargestellt, der sich in schwindelnd erregende Höhen aufmacht und das Leben allein bewältigt. Während das liebe Federvieh es vorzieht sich in Bodennähe aufzuhalten. Nichts gegen Raubvögel. Sie sind in der Tat recht beeindruckend. Aber erstens stellt sich manch vermeintlicher Raubvogel im Nachhinein nur als Aasfresser heraus, zweitens macht es sehr viel mehr Spaß Enten zu füttern und drittens sehen die auch viel schöner aus.
Aber nehmen wir die Analogie, anhand eines Adlers, mal etwas aus einander:
Adler sind Einzelgänger. Sie kümmern sich nur um sich. Braucht so etwas ein Unternehmen? Nein!
Adler halten sich meist in großen Höhen auf. Sie haben also die Bodenhaftung verloren. Braucht so etwas ein Unternehmen? Nein!
Adler hauen ab, wenn Gefahr droht. Braucht so etwas ein Unternehmen? Nein!
Adler sind keine Langstreckler. Braucht so etwas ein Unternehmen? Nein!
Adler leiden unter Fortpflanzungsproblemen. OK! (Gilt für die menschlichen Vertreter)
Adler sind vom Aussterben bedroht. Zeit wird's! (Gilt für die menschlichen Vertreter)
Stellvertretend für das liebe Federvieh wähle ich die Gänse.
Gänse leben in Schwärmen, also Gruppen. Braucht so etwas ein Unternehmen? Ja! Denn auch ein Unternehmen ist meist eine Gruppe von Menschen.
Gänse fliegen in Formation. So sind sie auf langen Strecken gemeinsam schneller und kräfteschonender Unterwegs, als es ein einzelnes Tier sein könnte. Braucht so etwas ein Unternehmen? Ja!
Gänse legen lange Strecken zurück. Sie haben Ausdauer und sehen unterwegs viel. Braucht so etwas ein Unternehmen? Ja!
Gänse sind soziale Tiere. Bleibt ein Tier zurück, weil es Krank ist, oder angeschossen wurde, dann bleiben zwei bis drei andere Gänse auch zurück bis sich das verletzte Tier wieder erholt hat oder gestorben ist. Jedenfalls wird es nicht allein gelassen. Übrigens, die amerikanischen Marines haben einen ähnlichen Ehrenkodex.Braucht so etwas ein Unternehmen? Ja!
Gänse sind also soziale Tiere. Braucht so etwas ein Unternehmen? Ja! Denn dieses Sozialverhalten gibt dem Einzelnen Sicherheit.
Gänse verteidigen ihr Revier. Braucht so etwas ein Unternehmen? Ja!
Gänse schnattern oft mit einander. Sie kommunizieren also. Braucht so etwas ein Unternehmen? Ja! So wissen alle, was Sache ist, und agieren gemeinsam. Nichts ist für ein Unternehmen schlimmer, als ein Chef-Adler, der aus den Wolken (Chef-Etage) hinab stößt, sich ein armes Mäuschen greift und ihm den Garaus macht, um gleich danach wieder im Wolkenkuckucksheim zu verschwinden.
Gänse halten sich meist in Bodennähe auf. Sie weisen also eine große Bodenständigkeit auf. Braucht so etwas ein Unternehmen? Ja! Ist doch viel besser, als wenn jemand zu abgehoben ist, oder?
Gänse sind fruchtbar und vermehren sich fleißig. Das ist gut so. Mehr Gänse braucht das Land.
Wenn man schon Vergleiche mit dem Tierreich anstellt, dann würde ich eher ein Wolfsrudel wählen. Das ist eine soziale Gemeinschaft mit einer (flachen) Hierarchie, die gemeinsam (Unternehmen) für die tägliche Nahrung (Geld) arbeiten, in dem sie systematisch ihr Opfer (Kunde) einkreisen und erlegen (Kaufabschluss). Aber eigentlich bin ich doch ganz froh, ein Mensch zu sein.
Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
Dietmar Feigenspan
Veröffentlicht von: Dietmar Feigenspan Web: http://www.erfolgreich-und-gluecklich.de Kontakt: e-Mail
| Über den Autor: |
| Dietmar Feigenspan ist seit über 20 Jahren als Führungskraft tätig. Im laufe der Zeit hat er ein eigenes, sehr wirkungsvolles Führungssystem/-konzept entwickelt. Es hat dazu geführt, dass seine Mitarbeiter fünf Mal besser als der Bundesdurchschnitt wurden. Mehr erfahren Sie auf seiner Web-Seite: www.erfolgreich-und-gluecklich.de. |
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