The Supremes: Ein Gesangstrio eroberte die WeltKategorie: Kultur Veröffentlicht von: Ernst Probst
Das erfolgreichste weibliche Gesangstrio der Welt war fast ein Jahrzehnt lang die amerikanische Gruppe „The Supremes“. Elf Mal hintereinander konnte sie sich mit Songs wie „Baby Love“ und „Love Child“ an der Spitze der US-Hitparade behaupten. Ihr Album „Where Did Our Love Go“ wurde mehr als ein Jahr lang unter den erfolgreichsten 40 amerikanischen Langspielplatten notiert.
Zu den ersten Sängerinnen von „The Supremes“ gehörten Diana Ross (geb. 1944), Mary Wilson (geb. 1944) und Florence Ballard (1943–1976). Ihre gemeinsame Karriere begann in schwarzen Kirchenchören der amerikanischen Millionenstadt Detroit (Michigan). Dort gaben die drei minderjährigen Farbigen für ein paar Cents auf den Straßen Evergreens und Hillbilly-Hits zum Besten. 1959 gründeten sie die Gruppe „Primettes“, aus der 1960 „The Supremes“ hervorging.
1960 bewarb sich das Gesangstrio erstmals beim „Mowtown“-Musikkonzern für Plattenaufnahmen. Dessen Boss Berry Gordy jr. wimmelte die Schulmädchen ab, erlaubte aber zumindest Diana Ross, täglich in seiner Firma einige Stunden im Büro auszuhelfen. Immer wenn der Chef auftauchte, begann Diana ein Lied zu trällern. Als sie nach zwei Wochen wieder hinausflog, hatte sie es geschafft, dass das Trio den Background-Chor im Aufnahmestudio verstärken durfte.
Wochenlang sangen „The Supremes“ nur „Aaas“ und „Oos“, ehe sie selbst als Hauptpersonen vor die Mikrophone treten durften. Der Erfolg kam erst mit der zehnten Single „Where Did Our Love Go“ (1964). Aber dann ging es steil aufwärts. Es folgten Auftritte im „Hollywood Palace“, in der New Yorker „Philharmonic Hall“, in luxuriösen Nightclubs, bei amerikanischen TV-Hullaballoos und im Ausland (Niederlande, Paris, München, Kopenhagen).
Im Sommer 1967 gab es die erste personelle Veränderung: Florence Ballard verabschiedete sich aus dem Trio, für sie kam Cindy Birdsong von „Patty and the Bluebelles“. Außerdem wurde die Gruppe in „Diana Ross and the Supremes“ umbenannt.
Nach ihrem Ausscheiden erhielt Florence Ballard keinen Anteil mehr an den Tantiemen der Platten, die die „The Supremes“ zwischen 1964 und 1967 verkauft hatten. Sie begann einen Rechtsstreit mit ihrer Plattenfirma, bei dem es um 8,7 Millionen US-Dollar ging, und verlor. Von ihrem Ehemann verlassen und völlig vereinsamt, starb sie in einem Detroiter Krankenhaus nach einem Herzinfarkt.
1970 zog die Star-Sängerin Diana Ross eine Solokarriere der Teamarbeit vor und wurde durch Jean Terrell ersetzt. Später ging Cindy Birdsong, für die Lynda Lawrence einsprang.
Ungeachtet aller Personalwechsel blieb der „Supremes“-Dreiklang jahrelang erhalten. Erst durch das zunehmende Alter der Sängerinnen und durch unterschiedliche Plattenproduzenten wie Steve Wonder und Jim Webb wurde das Gruppen-Image problematisch. Im Sommer 1975 ging das Trio für ein Vierteljahr in Urlaub, um eine neue musikalische Richtung zu suchen. Der „Mowtown“-Musikkonzern verstärkte 1975 mit der neuen Lead-Sängerin Sherri Payne die Gruppe, doch die Rückkehr an die früher gewohnten Spitzenplätze gelang nicht mehr.
Ebenfalls 1975 stießen Susaye Green und Karen Jackson zur Gruppe. Der Titel „You’re My Driving Wheel“ (1960) „verhungerte“ auf Platz 85 in den „Billboard“-Pop-Charts und auf Platz 50 bei „Rhythm & Blues“.
1978 ging Mary Wilson zusammen mit Karen Ragland und Karen Jackson als „Mary Wilson and the Supremes“ in Großbritannien auf Tournee. Nach dieser Tournee verbot man ihr, weiterhin unter diesem Namen aufzutreten. In ihrer Autobiographie „Dremgirl: My Life as a Suprem“ (1986) rechnete sie schonungslos mit Motown und dem Musikgeschäft ab.
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| Ernst Probst ist Journalist, Wissenschaftsautor, Buchautor, Buchverleger, Antiquitätenhändler und Fossilienhändler |
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