Outsourcing - alles, nicht, oder?Kategorie: Business & Wirtschaft Veröffentlicht von: Johanna Bressler
Ist “selbst gemacht” wirklich immer besser?
Ist Ihre eigene Arbeitsleistung wirklich “kostenlos”?
Gerade am Anfang der Selbständigkeit neigt man - je nach Mentalität - zu zwei Extremen:
Die Einen glauben, nur ein total professionell aufgezogenes Geschäft ist das wirklich Wahre und engagieren bereits zu Beginn jede Menge Profis für alles Mögliche. Outsourcing ist ja in aller Munde. Und man will es schliesslich professionell gemacht haben.
Die Anderen sehen nur die finanzielle Seite und wollen auf jeden Fall alles selbst machen. Nach dem Motto:”Das kann ich doch wirklich selbst. Wozu jemand anderem dafür Geld bezahlen?”
Beide Extreme sind nicht zielführend. Wie überall im Leben gilt auch hier:
Genau überlegen, wer was machen kann und soll!
Outsourcing macht in folgenden Bereichen Sinn:
Buchhaltung, Werbung, Internet, Mitarbeiter/Partner-Gewinnung, Marketing, Design der Drucksorten oder Webseiten, Arbeitsplatz-Evaluierung, Telefon-Marketing, Rechtsinformationen und mehr.
Es spricht absolut nichts dagegen, so viel wie nur möglich selbst zu machen. Aber nur unter folgenden Bedingungen:
» Sie haben die nötige Zeit dafür
Bedenken Sie: auch Ihre eigene Arbeitszeit kostet. Wenn schon nicht direkt Geld, so doch wertvolle Substanz. Energien, mit denen Sie im Tagesgeschäft womöglich produktiven Umsatz gemacht hätten und damit wesentlich mehr Geld verdient als eingespart!
» Sie haben das nötige KnowHow
Auch wenn Ihnen Manches recht einfach erscheint und Sie denken: “Das kann ich doch selbst”, sollten Sie nicht übersehen, dass gewisse Bereiche echte Profis erfordern, um Erfolg zu bringen.
» Sie haben Spass daran
Egal was immer man/frau an zusätzlichen Aufgaben übernehmen kann und will: vergessen Sie dabei nicht, dass nur die Arbeit produktiv sein kann, die auch mit Freude an der Sache erledigt wird.
Der Faktor Zeit:
Kämpfen Sie bereits damit, dass auch für Sie der Tag nur 24 Stunden hat? Ja? Dann sollten Sie ernsthaft überlegen.
Einerseits kann es natürlich sein, dass Ihr Geschäft generell reorganisationsbedürftig ist und wesentlich mehr Arbeit verursacht als Gewinne eingefahren werden können. Wenn das so ist, haben Sie dringenden Handlungsbedraf und sollten umgehend professionelle Hilfe annehmen. Auch wenn es Geld kostet. Denn jeder Tag in einem schlechten Geschäft kostet Sie wesentlich mehr!
Andererseits kann Ihr Zeitmangel aber auch bedingt sein durch die Tatsache, dass Sie immer alles selbst machen wollen. Womit Sie sich selbst hemmen und einer positiven Entwicklung im Weg stehen. Wenn Sie gewisse Arbeiten outsourcen ( = jemand Aussenstehendem übertragen), schaffen Sie sich den Freiraum, um Ihr eigentliches Geschäft produktiver betreiben zu können.
Wenn Sie Zeit genug haben - und auch die beiden anderen Punkte zutreffen - sollten Sie auf jeden Fall hier einsparen und sich einige Arbeiten selbst erledigen.
Der Faktor KnowHow:
Sie sollten auf jeden Fall ein fundiertes Basiswissen besitzen für den Bereich, den Sie selbst verwalten wollen. Es hilft Ihnen nicht viel, wenn Sie zwar Zeit und Lust haben, aber nicht wissen, wie Sie diese Arbeit zielführend erledigen können. Entweder Sie lernen dazu (durch Fragen, Schulungen, Kurse) oder Sie suchen sich einen kompetenten Partner, der Ihnen diese Aufgaben abnimmt.
Denken Sie hier z.B. an die Buchhaltung. Haben Sie tatsächlich Lust, sich dieses Wissen selbst anzueigenen? Oder ist es zielführender, mit einem professionellen Buchhalter oder Steuerberater zu sprechen und die effektivste Kooperation auszuarbeiten?
Oder betrachten wir den Bereich der Werbung. Natürlich können Sie selbst (meist relativ wahllos) Inserate hier und dort plazieren. Aber lohnt sich der Aufwand wirklich, wenn keine Reaktionen darauf zurückkommen? Weil Sie eventuell die falsche Zielgruppe angesprochen oder das falsche Medium gewählt haben.
Der Faktor Spass:
Auch wenn Spaß bei der Arbeit auf den ersten Blick in der heutigen Zeit wie Luxus aussehen mag, so ist er praktisch ein fast unverzichtbarer Erfolgsbestandteil. Nur wenn Sie etwas gerne machen, kann der gewünschte Erfolg sich auch tatsächlich einstellen.
Arbeiten unbedingt selbst zu erledigen, um Geld für Professionisten zu sparen, bringt Ihnen nicht nur (siehe oben) auf lange Sicht ein Zeitproblem und keine Erfolge wegen des fehlenden KnowHow, sondern auch den Frust, “schon wieder diese ungeliebten Arbeiten” machen zu müssen. Früher oder später werden Sie bemerken, dass die Betrachtung der Kosten/Nutzen-Faktors wesentlich ist.
Überlegen Sie also gut, was Sinn macht und was nicht. Es gibt kein allgemeines Erfolgsrezept, um diese Thematik abzuhandeln. Jeder Mensch hat andere Qualitäten. Erkennen Sie Ihre Stärken und bauen Sie diese intensiv aus. Aber gestehen Sie sich auch Ihre Schwächen ein und suchen Sie sich für diese Bereiche entsprechend flexible und vertrauensvolle Geschäftspartner.
Nicht immer ist “selbst gemacht” auch gleichzusetzen mit “Geld gespart”!
Und nicht immer ist “professionelles Ourtsourcing” tatsächlich in den Händen von Professionisten….
Veröffentlicht von: Johanna Bressler Web: http://www.consultants.at Kontakt: e-Mail
| Über den Autor: |
| Ingrid J.Bressler ist Wirtschaftsberaterin in Österreich mit staatlichen Zulassungen für Unternehmensberatung, Vermögensberatung und Bilanzbuchhaltung. Im Bereich Internet und Webtechnik hat sie sich seit 2000 umfangreiches Spezialwissen autodidakt angeeignet. Unter ISSN 1682-6442 veröffentlicht sie seit Jahren ein Businessmagazin. |
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