Gedicht von Marés Strommer: Der Frauen BlickKategorie: Unterhaltung Veröffentlicht von: Ernst Probst
Das hatte man sie gelehrt,
zu Boden blicken, wenn ein männliches Wesen sich nähert,
zu Boden blicken und zu erröten, wenn möglich,
anständige Mädchen blicken zu Boden und erröten,
wenn ein männliches Wesen sich nähert.
Und, man war mit ihr zufrieden,
auch mit ihren vorbildlichen Knicksen war man zufrieden.
Später, viel später, fragte sie sich,
was an ihren Augen unanständig sein sollte
und an ihrer aufrechten Haltung.
Sie begann zu rebellieren und errötete nicht mehr
und blickte den Männern mit all der Aufrichtigkeit ihres Herzens
in die Augen.
Und es geschah, was alle befürchtet hatten,
sie erröteten,
richteten ihre Blicke zu Boden und knickten ein.
Marés Strommer
aus dem Seminar „Tausendundeine Geschichte“ im November 2005
der langjährigen Leiterin von Schreibwerkstätten
für Frauen, Dr. Lisa Dragostinoff,
im Kardinal König-Haus in Wien
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Dr. Lisa Dragostinoff
war nach dem Studium der Rechtswissenschaften freiberuflich tätig als Mitarbeiterin beim ORF, Lektorin und Übersetzerin. Nach entsprechender Ausbildung arbeitete sie als Familienrichterin, ließ sich in Familientherapie und Gruppendynamik fortbilden und beschäftigt sich seit einigen Jahren wieder mit Literatur, dem Schreiben und Schreiben-lassen. Sie ist in der Erwachsenenbildung an verschiedenen Bildungshäusern tätig:
Wien: Kardinal König-Haus
St. Georgen/Kärnten
Seitenstetten/Oberösterreich
Lienz/Osttirol
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Kontakt:
www.schreibwerk.at
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| Über den Autor: |
| Ernst Probst ist Journalist, Wissenschaftsautor, Buchautor, Buchverleger, Antiquitätenhändler und Fossilienhändler |
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