Journalisten haben einen schlechten RufKategorie: Medien & Kommunikation Veröffentlicht von: Ernst Probst
Wiesbaden – Journalisten genießen weltweit kein hohes Ansehen. Das lässt sich auch an den Zitaten berühmter Leute absehen, die Aphorismen über diesen Berufsstand prägten.
"Ein Journalist ist einer, der nachher alles vorher gewusst hat", stellte Karl Kraus fest. Heimito von Doderer glaubte: "Ein Journalist ist ein Mensch, der immer etwas Wichtiges zu tun hat und daher nie zum Wichtigen kommt". Und Mark Twain erklärte: "Journalisten sind Leute, die ein Leben lang darüber nachdenken, welchen Beruf sie eigentlich verfehlt haben".
Solche und andere Aphorismen präsentiert das Taschenbuch "Worte sind wie Waffen. Weisheiten und Torheiten über die Medien" (3-935718-72-1) des Verlegerehepaares Doris Probst und Ernst Probst aus dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim in Wort und Bild.
"Bei aller in unserem Buch enthaltenen und teilweise berechtigten Kritik sollte nicht vergessen werden, dass die Medienleute letztlich auch nur Menschen sind", empfehlen die beiden Herausgeber aus dem hessischen Mainz-Kostheim im Stadtkreis Wiesbaden. Dabei hätten auch Sie reichlich Grund zum Klagen: Ihr Buch "Worte sind wie Waffen" wurde bisher nur von österreichischen und schweizerischen Zeitungen oft erwähnt, in deutschen Blättern dagegen sehr selten. Wie sagte schon Kurt Tucholsky: "Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen – und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch."
Ernst Probst hat mehr als 30 Jahre lang als Redakteur bei Tageszeitungen in Bayern und Rheinland-Pfalz gearbeitet, bevor er den Verlag Ernst Probst gründete, der Bücher aus den Bereichen Aphorismen, Biografien, Geschichte, Natur und Wissenschaft veröffentlicht. Seine Standardwerke "Deutschland in der Steinzeit" und "Deutschland in der Bronzezeit" werden in mehreren Bänden des ZEIT-Lexikon erwähnt.
Wenn das Institut für Demoskopie Allensbach seit 1966 nach den Berufen fragt, die am meisten geschätzt sind und vor denen man am meisten Achtung hat, liegen eindeutig Ärzte, Pfarrer und Hochschulprofessoren vorne. Dagegen rangieren Journalisten ganz hinten.
Dass es um das Ansehen der Journalisten nicht gut bestellt ist, belegte auch eine repräsentative Umfrage, die Emnid im Auftrag von "Reader's Digest Deutschland" im Dezember 2003 erhoben hat. Demnach hielten etwa 40 Prozent der Befragten Journalisten für mehr oder weniger korruptionsanfällig.
Keine gute Meinung haben manche Auslandsjournalisten über ihre deutschen Kollegen.
Roger Boyles, Deutschland-Korrespondent der Londoner "Times", erklärte 1994: "Deutsche Zeitungsjournalisten scheinen sehr abhängig zu sein von den Presseagenturen. Viele Artikel, die unter ihrem Namen erscheinen, sind identisch mit dpa- oder deutschen AP-Reports vom Vortag. Wenn es einen Unterschied gibt, dann den, dass der Journalist seine Meinung hinzugefügt hat - ohne eigene Recherche."
Brendon Mitchener von der "International Herald Tribune" kritisierte ebenfalls deutsche Journalisten: "Sehr viele Zeitungsartikel beinhalten keine eigene Recherche, sondern sind weitgehend unkritisch. Mit wenigen Ausnahmen halte ich die Journalisten für zu passiv und vielleicht auch etwas faul. Sie sind immer gut informiert, aber auch obrigkeitshörig. Ausnahmen sind Spiegel und Bild, die sich auf ganz unterschiedliche Weise bemühen, ihren Lesern mehr zu bieten."
Veröffentlicht von: Ernst Probst Web: http://www.antiquitaeten-shop.net Kontakt: e-Mail
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| Ernst Probst ist Journalist, Wissenschaftsautor, Buchautor, Buchverleger, Antiquitätenhändler und Fossilienhändler |
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