Print
 

Was sind eigentlich Mängelexemplare?
Kategorie: Bücher
Veröffentlicht von: Stefan Kramer


Viele Buchleser lieben sie: Die Mängelexemplare, die in den Buchläden oder im Internet zu stark reduzierten Preisen angeboten werden. Meist kann man als Käufer 50% oder mehr sparen, wenn man ein wenig Glück hat. Doch warum werden diese Bücher eigentlich gestempelt? Und warum werden nicht einfach alle Bücher günstiger angeboten?

Die Antwort darauf ist die in Deutschland geltende Buchpreisbindung. Sie stellt sicher, dass neue Bücher überall zum gleichen Preis angeboten werden. Der letzte Harry Potter kostet bei Thalia genauso viel wie beim kleinen Buchhändler um die Ecke. Der Gesetzgeber möchte damit in Deutschland die kulturelle Vielfalt schützen und aggressive Preiskämpfe vermeiden, die kleinen Buchhändlern schnell den wirtschaftlichen Ruin bringen könnten. In einigen eng gesetzten Ausnahmen sieht das Buchpreisbindungsgesetz (http://www.preisbindungsgesetz.de/) jedoch Ausnahmen vor. Nämlich dann, wenn Bücher Beschädigungen aufweisen, die so stark sind, dass sich das Buch nicht mehr zum festgesetzten Preis verkaufen ließe. In diesem Fall darf das Buch auch zu einem geringeren Preis an Endkunden verkauft werden. Voraussetzung ist allerdings, dass das Buch mit einem Stempel als sog. Mängelexemplar gekennzeichnet wird. Den Stempel findet man in der Regel im unteren Buchschnitt, das ist die Seite des Buches, auf der es im Regal steht.

Für Vielleser sind die Mängelexemplare eine wunderbare Möglichkeit, den Lesehunger zu stillen, ohne dabei arm zu werden. Taschenbücher werden häufig für 3 – 6 Euro angeboten, neue Taschenbücher kosten etwa 7-12 Euro. Man spart als rund die Hälfte. Bei fest gebundenen Büchern (die sog. Hard Cover) lässt sich sogar noch mehr sparen: Neu kosten sie zwischen in der Regel zwischen 18 und 28 Euro. Als Mängelexemplar bekommt man die Bücher für 8 - 10 Euro.

Kaufen kann man die Bücher entweder im normalen Buchhandel, der meist eine kleine Auswahl vorrätig hat. Oder man wendet sich an einen der Händler, die sich auf preisreduzierte Bücher spezialisiert haben. Dort kann man aus einer riesigen Auswahl an Bücherschnäppchen schöpfen. Bei den Händlern, die ein Ladengeschäft betreiben, wäre Wohlthat zu nennen, die in vielen Städten Filialen unterhält. Wer lieber im Internet einkauft, wird bei Arvelle (www.arvelle.de) schnell fündig.


Veröffentlicht von: Stefan Kramer
Kontakt: e-Mail


Über den Autor:
Ehemaliger Buchhändler (jetzt im Ruhestand). Jetzt konsumiere und produziere ich das geschriebene Wort.