Üben für den Ernstfall: Polizei setzt auf verbale KonfliktlösungKategorie: Bildung & Beruf Veröffentlicht von: Alexander Hauk
Von Alexander Hauk, www.allgaeu-nachrichten.de
Kempten (aha). Ein bisher in dieser Form bayernweit
einzigartiges Fortbildungsprogramm absolvieren die Polizisten in
Schwaben. Insgesamt 28 Trainer üben mit den Beamten praktisch und
theoretisch jede Form der Konfliktlösung. Neben theoretischem
Unterricht und Kampftraining üben die schwäbischen Polizisten auch in
interaktiven Schiessanlagen. Damit habe Schwaben eine Vorreiterrolle,
berichtete der Leiter der Polizeidirektion, Hans-Jürgen Memel, am
Montag bei der Vorstellung einer neuen Schiessanlage in Kempten.
Ziel des dreiteiligen Programms sei es, die Polizisten so zu
schulen, dass die Dienstwaffe möglichst nicht eingesetzt werden
müsse. In insgesamt 24 Stunden, lernen die Beamten unter anderem, wie
sie bei Verdächtigen die Körpersprache deuten können, oder sich durch
die richtige Körpersprache mehr Respekt verschaffen. Außerdem spielen
die Polizisten Konfliktsituationen nach und trainieren Griffe. Das
Fortbildungsprogramm müsse jeder Beamte jährlich wiederholen, um
seine Kenntnisse aufzufrischen berichtete Memmel.
Bei den Polizisten in Schwaben kommt zusätzlich das Schießtraining
in einer interaktiven Schiessanlage dazu. Auf einer Videoleinwand
werden Filme projiziert mit denen die Polizisten in Kempten bis zu 30
Situationen nachspielen können. Mit einem Computer können die Trainer
die Reaktionen des Film-Verdächtigen auf der Leinwand steuern. In
seinen Grundzügen gibt es das Fortbildungsprogramm seit 1997. Seitdem
sei der Widerstand bei Verdächtigen deutlich zurückgegangen, sagte
Memel. (Text von März 2002)
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