Diana Prinzessin von Wales: Die „Königin der Herzen“Kategorie: Politik Veröffentlicht von: Ernst Probst
Leseprobe aus "Superfrauen: 14 Bücher auf einer CD-ROM" von Ernst Probst:
Als „Prinzessin des Volkes“ und „Königin der Herzen“ bleibt Prinzessin Diana von Wales (1961–1997), geborene Diana Frances Spencer, unvergessen. An ihrem Schicksal nahmen weltweit mehr Menschen Anteil, als es jemals bei einem anderen Mitglied des britischen Königshauses der Fall war. Die glanzvolle Hochzeit von „Lady Di“ mit dem Thronfolger Prinz Charles, ihre gescheiterte Ehe, ihr tragisches Ende in Paris und die eindrucksvolle Trauerfeier bewegten Millionen. Den Titel „Königin der Herzen“ verdankte sie vor allem ihrem Einsatz für Arme und Schwache.
Diana Frances Spencer erblickte am 1. Juli 1961 als dritte Tochter des Adligen Edward John Spencer (1924–1992) und seiner zwölf Jahre jüngeren Frau Frances Roche in Sandringham (Grafschaft Norfolk) das Licht der Welt. Die Spencers stammen von König Karl II. (1630–1685) und der Tochter des ersten Herzogs von Marlborough ab. Dianas Vater diente als Stallmeister der königlichen Familie. Ihre Mutter war die Tochter des vierten Barons Fermoy. Dianas ältere Schwestern heißen Sarah (geb. 1955) und Jane (geb. 1953), ihr jüngerer Bruder Charles (geb. 1964).
Die drei Schwestern Sarah, Jane und Diana sowie ihr Bruder Charles (später der neunte Earl Spencer) wuchsen in Nachbarschaft der in Schloss Sandringham lebenden königlichen Familie auf. Diana spielte damals oft mit Prinz Andrew. Häufig wurden die Spencer-Kinder auf das königliche Gut eingeladen.
1967 trennten sich Dianas Eltern, und 1968 erhielt der Vater das Sorgerecht für die Kinder. Ab 1968 besuchte Diana die private Tagesschule Silfield. Die Mutter heiratete 1969 den Tapeten-Millionär Peter Shand-Kydd. Von 1970 bis 1973 war Diana an der Internatsschule „Riddesworth Hall Prep Diss Norfolk“ und von 1973 bis 1977 am Internat „West Heath Sevenoaks“ (Grafschaft Kent).
1975 wurde der Vater achter Earl Spencer, und Diana trug fortan den Namen „Lady Diana Spencer“. Am 14. Juli 1976 heiratete der Vater die geschiedene Gräfin Raine von Dartmouth, eine Tochter der britischen Schriftstellerin Barbara Cartland.
1977/1978 verbrachte Diana sechs Wochen im Mädchenpensionat Ins-titut „Alpin Videmanette in Rougemont“ (Schweiz), bevor sie vom Heimweh geplagt nach England zurückkehrte. Zwischen 1979 und 1981 arbeitete Diana in einem Kindergarten in Pimlico. In dieser Zeit wohnte sie mit drei Freundinnen in einem Apartment. Ihre Schwester Sarah stand damals mit Prinz Charles freundschaftlich in Kontakt, und ihre Schwester Jane heiratete den stellvertretenden Privatsekretär von Königin Elizabeth II., Robert Fellows.
Im Juli 1980 kamen sich die 19-jährige Lady Diana und der 32 Jahre alte Prinz Charles nach einem Grillfest auf Schloss Balmoral näher. Einige Monate später – am 24. Februar 1981 – gaben beide offiziell ihre Verlobung bekannt.
Etwa 750 Millionen Fernsehzuschauer in aller Welt verfolgten am 29. Juli 1981 gerührt die feierliche Hochzeit von Diana und Prinz Charles in der Londoner „St. Paul’s Cathedral“. Die Braut war seit 300 Jahren die erste Britin an der Seite eines englischen Thronfolgers. Es folgten Reisen des Paares nach Australien, Neuseeland und Kanada, zahlreiche öffentliche Auftritte der zur Prinzessin von Wales ernannten Diana und viele soziale Aktivitäten, unter anderem für benachteiligte und behinderte Kinder sowie für AIDS-Kranke.
Anfangs wirkte „Lady Di“ in der Öffentlichkeit oft noch gehemmt, doch bald gewann sie durch ihr freundliches Wesen unzählige Sympathien. Am 21. Juni 1982 brachte sie Prinz William und am 15. September 1984 Prinz Henry zur Welt. Niemand ahnte, dass drei Jahre nach der Traumhochzeit die Beziehung zwischen den beiden Eheleuten bereits erkaltet war. Charles tröstete sich mit seiner Jugendfreundin Camilla Parker Bowles. Diana litt an Bulimie, einem gestörten Essverhalten mit Heißhunger, Fresssucht und Erbrechen, nahm sich einen Liebhaber und versuchte, Selbstmord zu begehen: Sie stürzte sich die Treppe hinunter und in eine Vitrine und wollte sich später mit einem Obstmesser erstechen.
Erste Spekulationen über Eheprobleme von Diana und Charles gab es 1988. Immer schlimmere Nachrichten gingen 1990 durch die Welt. Als Anzeichen dafür galten getrennt verbrachte Urlaube, unterschiedliche Interessen des Paares und ein verweigerter Kuss nach einem Polospiel für Charles. Die unendliche Geschichte über die zerrüttete Ehe des einstigen Traumpaares nahm im Juni 1992 ihren Lauf, als der Hofberichterstatter und Autor Andrew Morton in seinem Buch „Diana: Her True Story“ mit zahlreichen delikaten Enthüllungen aufwartete.
Am 9. Dezember 1992 verkündete der britische Premierminister John Major vor dem Unterhaus in London, Diana und Charles wollten sich trennen. Damit erlebte das Haus Windsor nach der zerbrochenen Ehe von Prinz Andrew und Sarah Ferguson („Fergie“) innerhalb eines Jahres die zweite gescheiterte Verbindung eines Mitgliedes der Königsfamilie. In Großbritannien stellten sich daraufhin viele Anhänger der „Royals“ die bange Frage, wie es künftig mit der Monarchie in Großbritannien weitergehen solle.
Bei einem Fernsehinterview am 29. Juni 1994 gab Prinz Charles öffentlich seine Untreue zu. Im Herbst jenes Jahres verriet er in der Biographie „The Prince of Wales“, dass sein Vater Prinz Philipp ihn zur Hochzeit gedrängt habe und er Diana bereits 1982 zum Psychiater schicken habe wollen. Anfang Oktober 1994 berichtete die Autorin Anna Pasternak in ihrem Buch „Princess in Love“ von einer fünfjährigen Affäre Dianas mit ihrem Reitlehrer James Hewitt.
Diana schilderte am 20. November 1995 bei einem Fernsehinterview mit dem Magazin „Panorama“ des Senders „British Broadcasting Corporation“ (BBC) ihre Version der Ereignisse. Dabei gestand sie eigene Fehler und Ehebruch ein.
Im Dezember 1995 drängte Königin Elizabeth II. auf ein baldiges Ende der Ehetragödie. Diana stimmte Ende Februar 1996 nach 15-jähriger Ehe einer Scheidung von Prinz Charles zu und diktierte selbst die Bedingungen für die Trennung. Sie forderte uneingeschränktes Mitspracherecht bei der Erziehung der beiden Söhne, Hausrecht im Londoner Kensington-Palast, Arbeitsräume im St.-James-Palast und die Beibehaltung des Titels „Princess of Wales“. Das meiste wurde ihr gewährt, sie musste lediglich auf die Arbeitsräume im St.-James-Palast und auf den Titel „Her Royal Highness“ („Ihre königliche Hoheit“) verzichten.
Ein Londoner Familiengericht sprach am 15. Juli 1996 die vorläufige Scheidung („Decree nisi“) von Charles und Diana aus. Nach britischem Recht wurde diese nach sechs Wochen am 28. August 1996 rechtskräftig, weil kein Widerspruch erfolgte.
Am frühen Morgen des 31. August 1997 fand die 36-jährige Diana in Paris auf tragische Weise den Tod. Bei einer Verfolgungsjagd mit Pressefotografen schleuderte die von einem betrunkenen Chauffeur gesteuerte Luxuslimosine, in der Diana, ihr Geliebter Dodi al Fayed und ein Leibwächter saßen, mit knapp Tempo 200 gegen den Pfeiler eines Tunnels. Diana und der Fahrer waren auf der Stelle tot. Diana starb um 3.57 Uhr im Krankenhaus „La Pitiè-Salpetriére“.
2,5 Milliarden Fernsehzuschauer in 187 Ländern der Erde nahmen am 6. September 1997 am Bildschirm bei der Übertragung der Trauerfeier in London von Diana Abschied. Ein solches Trauerfest wie dieses hatte es zuvor noch nie in der Geschichte der Menschheit gegeben. Besonders ergreifend war dabei das von dem britischen Popstar Elton John gesungene Lied „Candle in the wind“, in dem es hieß: „Auf Wiedersehen, Englands Rose, Du wirst immer in unserem Herzen blühen.“ Die Beisetzung erfolgte auf der Insel des Spencerschen Landsitzes Althorp in Great Brington.
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| Ernst Probst ist Journalist, Wissenschaftsautor, Buchautor, Buchverleger, Antiquitätenhändler und Fossilienhändler |
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