Elizabeth Cady Stanton: Die Organisatorin des ersten Frauenrechtskongresses in AmerikaKategorie: Frau Veröffentlicht von: Ernst Probst
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Organisatorin des ersten Frauenrechtskongresses in den USA von 1848 war die amerikanische Frauenrechtlerin, Juristin und Publizistin Elizabeth Cady Stanton (1815–1902), geborene Cady. Damals forderte sie in der „Unabhängigkeitserklärung der Frauen von Seneca Falls“ eine bessere geistige Schulung der Frau, die Reform des Eherechts und die rechtliche Gleichstellung.
Elizabeth Cady wurde am 12. November 1815 als Tochter des Richters Daniel Cady in Johnston im US-Bundesstaat New York geboren. Dank einer speziellen Abmachung durfte sie die ansonsten nur für Jungen zugängliche „Johnston Academy“ besuchen, an der sie im Griechischen brillierte. 1932 graduierte sie an der „Emma Willard’s Academy“ in Troy (New York). Danach studierte sie Jura bei ihrem Vater.
1840 heiratete Elizabeth Cady den Gegner der Sklaverei (Abolitionist), den Journalisten Henry B. Stanton (1805–1887). Aus ihrer Ehe sollen sieben Kinder hervorgegangen sein. In der Öffentlichkeit trat Frau Stanton für den Verzicht auf eheliche Treue ein.
Im Sommer 1840 reisten das Ehepaar Stanton und Lucretia Mott (1793–1880) zur „World Antislavery Convention“ in London. Die beiden Frauen wurden dort aber – ebenso wie viele andere weibliche Delegierte – wegen ihres Geschlechts an der Teilnahme zur Abstimmung gehindert.
Elizabeth Cady Stanton und Lucretia Mott organisierten den am 19./20. Juli 1848 in Seneca Falls im US-Bundesstaat New York durchgeführten ersten Frauenrechtskongress der Vereinigten Staaten. Er gilt als die Geburtsstunde der amerikanischen Frauenbewegung in den USA. Dabei wurde die nach dem Vorbild der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung formulierte „Declaration of Sentiments and Resolutions“ verabschiedet, in der die Forderung nach dem Frauenstimmrecht mit einer scharfen Kritik am patriarchalischen Despotismus verbunden wurde.
Ab 1851 arbeitete Elizabeth Cady Stanton mit der amerikanischen Frauenrechtlerin Susan Brownell Anthony (1820–1906) zusammen. Aus der Feder von Frau Stanton stammt das Werk „Eminent women of the age“ (1868).
Elizabeth Cady Stanton kritisierte auch die „erniedrigenden Lehren“ der Bibel über die Stellung der Frau und empfahl den Frauen, die Kirche zu boykottieren. Wörtlich sagte sie: „Es ist für Frauen keineswegs lobenswert, Basare und Wohltätigkeitsveranstaltungen zu organisieren für Kirchen, in denen die Begabtesten ihres Geschlechts weder beten noch predigen dürfen, keine Ämter innehaben und kein Stimmrecht besitzen, wenn es um Geschäfte, Glaubensdinge oder Kirchenordnung geht, und von deren Altären Bibelinterpretationen ausgehen, die die Unterdrückung der Frauen bezwecken.“
Zwischen 1869 und 1890 war Elizabeth Cady Stanton die erste Präsidentin der „National Woman Suffrage Association“ und von 1890 bis 1892 auch von deren Nachfolgeorganisation, der „National American Woman Suffrage Association“. Außerdem fungierte sie als Herausgeberin der militanten Frauenrechtlerinnen-Zeitschrift „Revolution“ (1868–1870) und des sechsbändigen Werkes „History of woman suffrage“ (1881–1922) sowie 1888 als Präsidentin der ersten internationalen Frauenkonferenz in Washington (D. C.)
Am 26. Oktober 1902 starb Elizabeth Cady Stanton im Alter von 86 Jahren in New York. Über sie sind die Bücher „A Biography of Elizabeth Cady Stanton“ (1940) von Alma Lutz und Equal Created, „Elizabeth Cady Stanton“ (1972) von Mary A. Oakley, „In Her Own Right“ (1984) von E. Griffith und „Elizabeth Cady Stanton“ (1987) von L. Banner erschienen.
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| Ernst Probst ist Journalist, Wissenschaftsautor, Buchautor, Buchverleger, Antiquitätenhändler und Fossilienhändler |
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