Patentierter Wirkstoff aus der Papaya lässt Tierhaarallergiker aufatmenKategorie: Gesundheit Artikel veröffentlicht von: Alexander Hauk
Von Alexander Hauk
Ludwigshafen. Ein neu entwickeltes Raumspray soll Tierhaarallergiker aufatmen lassen: „Ein inzwischen patentierter Wirkstoff in dem Mittel macht die so genannten Luftallergene unschädlich, die bei Allergikern juckende Augen, Niesen, Hautausschlag und Asthma auslösen können", berichtet Günter Glöckner. Der Geschäftsführer der Solution Glöckner hat das Raumspray mit dem Namen „Allerg-Stop" auf den Markt gebracht. Mehrere wissenschaftliche Tests und zahlreiche positive Anwenderberichte belegen die Wirksamkeit. Unabhängige Mediziner und Biologen stehen Allerg-Stop allerdings noch zurückhaltend gegenüber: „Der Ansatz klingt viel versprechend", sagt zum Beispiel Dr. Knut Brockow. „Die bisherigen Studien sind allerdings mit zu wenig Probanden durchgeführt worden, um ein endgültiges Urteil über das Mittel machen zu können", so der Allergologe an der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein der Technischen Universität in München. Glöckner führt die Skepsis auf den noch niedrigen Bekanntheitsgrad der Entwicklung zurück: „Zahlreiche Allerg-Stop-Anwender berichten jedoch schon jetzt über große Erleichterung und Leidensdruckminderung."
Ob Partnerersatz, Familienmitglied oder Freund – auf einen tierischen Gefährten wollen viele Menschen nicht verzichten. Wer allerdings eine Allergie gegen Tierhaare entwickelt, muss vorsichtig sein. Tiere können Auslöser für Schnupfen, Nießanfälle, Augenjucken, Juckreiz, Atemnot und Asthma sein. „In seltenen Fällen kann sogar ein allergischer Schock auftreten", so Brockow. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie lösen Katzen am häufigsten Atemwegsallergien aus. So wie Volker Schneid aus Ludwigshafen, reagiert fast jeder dritte Atemwegsallergiker auf die Stubentiger.
Obwohl der 43-Jährige selbst keine Katze hat, plagen ihn seit 1974 die typischen Symptome. Auslöser der Allergieattacken ist ein sehr kleines Protein, das im Speichel und der Tränenflüssigkeit von Katzen vorkommt und durch den Wind fast überall hingetragen wird. Selbst an Plätzen, an denen noch nie eine Katze war, ist das Allergen nachzuweisen. Leckt sich die Katze sauber, dann legt sich das Protein durch den Speichel auf das Fell. Beim Einatmen der winzigen Schwebeteilchen kann dann eine allergische Reaktion innerhalb von Minuten ausgelöst werden. „Wenn ich in einem Raum bin, in dem sich eine Katze aufhält, oder Katzenhaare sind, beginnen spätestens nach einer halben Stunde die Augen zu tränen", so Schneid. Eine Katze löse bei ihm außerdem Schnupfen aus „Wenn ich mich länger in solch einem Raum aufhalte, bekomme ich regelmäßig Atemnot."
Mehr Lebensqualität
Durch Zufall ist Schneid auf Allerg-Stop gestoßen und probierte es aus: Der 45-Jährige nahm das Mittel zu Freunden mit, die eine Katze haben und sprühte damit, nachdem er die Erlaubnis dafür erhalten hatte, das Wohnzimmer ein. „Mir ging es spürbar besser als sonst", so Schneid. Inzwischen hat er eine Flasche des Raumsprays auch bei seinen Bekannten deponiert: „Die positive Wirkung wird verstärkt, wenn das Mittel eine Stunde vor meinem Eintreffen angewendet wird, weil sich die Allergene erst binden müssen." Bis zu drei Stunden könne er dann bei seinen Freunden ohne jegliche Anzeichen einer Katzenallergie bleiben, so Schneid.
Bei sich zu Hause versprüht der 43-Jährige den feinen Nebel am Morgen und am Abend im Schlafzimmer. Dort helfe es ihm auch gegen seinen Heuschnupfen. „Meine Lebensqualität hat deutlich zugenommen", so Schneid, der nach eigenen Angaben kein Freund von chemischen Produkten ist. Dank des Raumsprays könne er auf Tabletten und Kortison verzichten. Auch deshalb habe ihm das 500-Milliliter-Raumspray gefallen, denn Allerg-Stop enthält ausschließlich natürliche Stoffe: Wasser, Alkohol, einen Melone-Duftstoff aus einem natürlichen Extrakt und das Enzym Auxillase.
Das Besondere an dem Raumspray ist Auxillase, ein modifiziertes Enzym, das aus der Papaya gewonnen wird: „Allergene sind nichts anderes als Proteinketten, die von Auxillase zerschnitten und so vom Körper nicht mehr als Allergen angesehen werden", erklärt Glöckner bildlich die Wirkung des Enzyms. Noch ist Allerg-Stop in Expertenkreisen wenig bekannt. Möglicherweise stehen viele Allergiefachleute dem Mittel auch deshalb skeptisch gegenüber. Dabei belegen mehrere wissenschaftliche Tests die Wirksamkeit und Hautverträglichkeit von Allerg-Stop, das von der Solution Glöckner Vertriebs-GmbH im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen vertrieben wird. So hat das auf Umweltanalytik spezialisierte Ingenieurbüro Oetzel mit Sitz im hessischen Kassel die allergenreduzierende Wirkung von Papainauxillase untersucht und bestätigt.
Tests mit „sehr gut" bestanden
Außerdem wurde Allerg-Stop auf die Hautverträglichkeit untersucht. Alle Tests bescheinigten dem Wirkstoff eine sehr gute Hautverträglichkeit und allgemeine Unbedenklichkeit. Die Gesellschaft für allergologische Forschung Dermatest in Münster hat mit Auxillase einen Hauttest an 30 Probanden durchgeführt und kam zu folgendem Ergebnis: „Bei dem genannten Präparat traten im Epicutantest nach internationalen Richtlinien keine allergischen oder toxisch-irritativen Unverträglichkeitsreaktionen auf. „ Das Produkt habe mit „sehr gut" bestanden, bescheinigt Dr. med. Werner Voss. Bei keiner Testperson sei es zu unerwünschten Nebenwirkungen gekommen.
Allerg-Stop ist im Fachhandel, über das Internet (www.allerg-stop.de) und in Apotheken erhältlich. Nicht nur unter Privatleuten, auch unter Unternehmen stößt das Mittel auf Interesse. Inzwischen verkaufen und setzen mehr als 90 Fachbetriebe in Europa Allerg-Stop ein. Allein in Deutschland gibt es über 35 Fachbetriebe, die sich auf die allergiereduzierende Reinigung mit Allerg-Stop spezialisiert haben.
Im Allgemeinen raten Mediziner bei Tierhaar-Allergie die entsprechenden Tiere zu meiden. Doch selbst wenn Allergiker zum Beispiel ihre Katze notgedrungen weg geben, dauert es in der Regel noch Monate, bis die Allergene verschwunden sind. „Betroffene können die akuten Beschwerden mit Medikamenten lindern und mit einer Hyposensibilisierung die Ursache der Allergie bekämpfen", sagt Dr. Knut Brockow. „Zwar werden Allergiker weder mit Medikamenten noch mit Allerg-Stop die Allergie endgültig los, sie können aber einen relativ beschwerdefreien Alltag erleben", so Glöckner.
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