Naomi Campbell: Das Topmodel EnglandsKategorie: Schönheit Artikel veröffentlicht von: Ernst Probst
Leseprobe aus "Superfrauen: 14 Bücher auf einer CD-ROM" von Ernst Probst:
Großbritanniens bekanntestes Topmodel ist Naomi Campbell. Sie machte eine Traumkarriere in der Welt der Mode und der Reklame und arbeitete mit den größten Designern – wie Gianni Versace (1946–1997), Jean Paul Gaultier und Azzedine Alaïa sowie renommierten Fotografen – wie Herb Ritts, Helmut Newton und Ellen von Unwerth – zusammen. 1997 schätzte man das Jahreseinkommen der dunkelhäutigen Schönheit auf umgerechnet etwa drei Millionen Mark.
Naomi Campbell kam am 22. Mai 1970 als uneheliche Tochter der aus Jamaika stammenden Tänzerin Valerie Morris in London zur Welt. Der Name des leiblichen Vaters ist unbekannt. Naomi wuchs zunächst bei ihrer Großmutter und später bei ihrem Stiefvater auf. Als 14-Jährige ging sie ohne Abschluss von der Schule, später besuchte sie die Londoner „Italia-Conti-Schauspielschule".
Bereits im Alter von 15 Jahren wurde Naomi Campbell von der damaligen Leiterin der Londoner Modelagentur „Synchro", Beth Boldt, beim Einkaufen in „Covent Garden" entdeckt. Schon der erste Agenturauftrag führte sie in die USA. Weitere Buchungen als Model folgten. Ihre Figur – starke Schultern, schmale Hüften, endlose Beine – galt als ideal für die Mode der 1980-er Jahre. Hinzu kam ein „panthergleicher Gang" auf dem Laufsteg.
Über den Beginn ihrer Karriere als Model der Spitzenklasse erklärte Naomi Campbell später: „Hätte meine Mutter mich nicht gefördert, wäre ich heute noch Verkäuferin". Denn Valerie Morris hatte ihre Tochter auf eine Schauspielschule geschickt, weil sie deren Show-Talent früh erkannte.
Die Daten von Naomi Campbell sind: Größe 1,76 Meter, Gewicht 54 Kilogramm, Brustumfang 86,6, Taille 58,5, Hüfte 86,5 Zentimeter. Die Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit" lobte, sie wirke vor der Kamera „kühl und edel", beklagte aber auch viele Allüren wie „Stutenbisse auf dem Laufsteg, Balgereien in Bars" und Unpünktlichkeit.
John Casablancas, der Chef der weltweit erfolgreichsten Model-Agentur „Elite", warf 1994 Naomi Campbell mit der Begründung raus, sie sei ein „verwöhntes, selbstsüchtiges Balg, eine gewinnsüchtige Person, die einmal ein paar hinter die Ohren braucht". Sie verpasste ihre Flüge, war böse zu jedermann und brachte seine Mitarbeiter zum Weinen. Danach wurde sie von der Top-Agentur „Ford" betreut, wechselte jedoch später zu „Elite" zurück.
Naomi Campbell war das erste farbige Topmodel, dem es gelang, auf der Titelseite der Modezeitschriften „Elle" (April 1986), „Vogue" (August 1988) und ähnlicher Gazetten abgebildet zu werden. Ihren ersten Roman „Swan" (1994), einen wilden Krimi, schrieb sie mit Hilfe der freiberuflichen Lektorin beim Londoner Verlag „Heinemann", Caroline Upcher. Dafür erhielt sie umgerechnet 230000 Mark Honorar. Die Einnahmen für das Buch mit dem Titel „Naomi" (1996) mit Fotos von Herb Ritts, Steven Meisel, Richard Avedon, Ellen von Unwerth und Peter Lindbergh gingen an das „Rote Kreuz" für den „Somalia Relief Fund".
Im Dezember 1994 erschien Naomi Campbells erste CD „Babywoman". Der Song „La la la Lovesong" darauf mit dem japanischen Sänger Toshi wurde Nummer 1 in Japan.
Auch auf der Leinwand war Naomi Campbell zu sehen: Sie spielte in den Filmen „Miami Rhapsodie" (1995) mit Antonio Banderas und Mia Farrow, „Tödliche Umstände" (1996) und „Girl 6" (1996) mit Madonna mit. Fernsehrollen bekam sie unter anderem in „Der Prinz von Bel Air" und „Bill Crosby Show". Außerdem wirkte sie bei Pop-Videos von Michael Jackson („In the Closet"), George Michael und Aretha Franklin mit.
Gemeinsam mit den Topmodels Claudia Schiffer und Elle MacPherson eröffnete Naomi Campbell eine Reihe von „Fashion Cafés" in New York und anderen Metropolen der Erde. Unter ihrem Namen veröffentlichte sie eine Modekollektion.
In der „Regenbogenpresse" gilt Naomi Campbell als „Sammlerin gescheiterter Romanzen". Auf der Liste ihrer Ex-Liebhaber stehen unter anderem der schwarze Boxer Mike Tyson, der Filmstar Nobert de Niro, der Rockmusiker Adam Clayton von der Band „U2", der Modemillionär Luca Orlandi, der Flamencotänzer Joaquin Cortes und der italienische Playboy Francesco Cerami. Die deutsche Illustrierte „Bunte" bezeichnete sie als „Knallfrosch der Gefühle".
In einem Interview erklärte Naomi Campbell einmal: „Ich mag Männer, die wie Bullen sind. Mit unsicheren Leuten kann ich nicht umgehen. Wer eine unabhängige Frau wie mich haben will, muss stark und zupackend sein." Andererseits wurde sie in einer – nicht autorisierten Biographie – als unsicher, launisch und orientierungslos beschrieben.
Von Naomi Campbell ist der Ausspruch überliefert: „Für viele ist es schon ein Kompliment, wenn sie zu einem Model sagen: An was denkst du?" Damit fand sie in dem 1997 erschienenen „Buch der Dummheiten" Eingang, in dem der französische Journalist Jerome Duhamel Zitate bekannter Leute gesammelt hat.
Über ihre Mutter Valerie Morris, die sich selbst entschloss, auf dem Laufsteg Karriere zu machen, sagte Naomi Campbell: „Sie ist meine Mutter, meine Rivalin und mein Idol. Zwar sei sie von ihrer Mutter ziemlich streng erzogen worden, aber wenn es drauf angekommen sei, habe sie wie eine Löwin für sie gekämpft. Das rassige Topmodel kann auch im Londoner Wachsfigurenkabinett bestaunt werden.
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| Ernst Probst ist Journalist, Wissenschaftsautor, Buchautor, Buchverleger, Antiquitätenhändler und Fossilienhändler |
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