Madonna: Der Mega-Star der 1980-er und 1990-er JahreKategorie: Kultur Artikel veröffentlicht von: Ernst Probst
Leseprobe aus dem Taschenbuch "Superfrauen 10 - Musik und Tanz" von Ernst Probst:
Weibliches Popidol der 1980-er und 1990-er Jahre war die amerikanische Schauspielerin und Sängerin Madonna, eigentlich Madonna Louise Veronica Ciccione. Von 1984 bis 1989 landeten elf ihrer Gesangstitel hintereinander unter den ersten fünf Plätzen der US-Hitparade, was zuvor nur der „King des Rock’n’Roll", Elvis Presley (1935–1977), und die „Beatles" zuwege brachten. Auf der Kinoleinwand sah man sie mit wechselnden Erfolg.
Madonna Louise Veronica Ciccione kam am 16. August 1958 als Tochter italoamerikanischer und streng katholischer Eltern in Bay City (Michigan) zur Welt. Sie war das dritte von sechs Kindern. Ihr Vater, ein italienischer Muster-Macho, arbeitete als Entwicklungsingenieur in der Automobilbranche Detroits, ihre Mutter starb mit 30 Jahren früh an Brustkrebs.
Madonna besuchte katholische Schulen, interessierte sich früh für Gesang und Tanz, nahm als Zwölfjährige erstmals Ballettunterricht und träumte davon ein Filmstar zu werden. 1976 schloss sie die High-School ab, erhielt ein Tanzstipendium an der Universität von Michigan, verließ diese jedoch ohne Abschluss.
1978 zog Madonna mit nur 35 US-Dollar in der Tasche nach New York, wo sie als Tänzerin, Verkäuferin, Serviererin, Fotomodell und gelegentliche Sexfilmdarstellerin ihren Lebensunterhalt verdiente. Danach arbeitete sie als Hintergrundsängerin von Patrick Hernandez in Paris und nach der Rückkehr in New York in der Rockband „Breakfast Club".
Weil sie in letzterer Band keine Chancen als Leadsängerin und Komponistin hatte, gründete sie mit ihrem Studienfreund Steve Bray eigene Bands, die „Millionaires", „Modern Dance" und „Emmy" hießen und deren Musik von „New Wave" geprägt war. Bei der nachfolgenden Band „Madonna" wurden ihre Songs tanzorientierter und nahmen Tendenzen der New Yorker Clubszene auf.
1982 vermittelte ein Diskjockey Madonna mit einer Demo-Aufnahme den Kontakt zur Plattenindustrie. Die ers–ten von ihr komponierten Singles „Everbody" und „Burnin’Up" schlugen als Disco-Hits ein, der Durchbruch in den Charts gelang ihr mit dem Song „Holiday", die zur amerikanischen Sommerhymne 1983 avancierte. Danach begründeten die folgenden Langspielplatten – wie „Madonna", „Like a Virgin" oder „Vogue" – weltweit ihren Ruf als Popsängerin. Mit dem Titelsong von „Like a Virgin" glückte Madonna der erste Nummer 1-Hit.
In dem Film „Susan, verzweifelt gesucht" (1985) begeisterte Madonna in ihrer ersten großen Rolle als verrückte Entführerin das Kinopublikum. Dagegen meinten Kritiker nach dem Thriller „Shanghai Surprise" (1986) und dem Streifen „Who’s That Girl?" (1987), Madonna habe kein Talent zur Schauspielerin. Für „Shanghai Surprise", in dem sie als Missionsschwester auftrat, erhielt sie die „Goldene Himbeere" als „schlechteste Schauspielerin des Jahres".
Danach mimte Madonna ein Flittchen in dem Flop „Dick Tracy" (1990), stellte sich selbst in ihrer Werbedokumentation „Truth or Dare: In Bed with Madonna" (1991) dar, überzeugte als Baseballspielerin in „Eine Klasse für sich" (1992), schadete sich mit dem pornographischen Thriller „Body of Evidence" (1993) und begeisterte in „Evita" (1996), einem Film über das Leben der argentinischen Künstlerin und Politikerin Eva Perón (1919–1952). Für „Evita" wurde sie mit einem „Golden Globe" ausgezeichnet.
Madonnas provokante Videoclips sorgten häufig für Furore. Als sie 1989 in einem Videoclip leicht bekleidet in einer Kirche tanzte und vor brennenden Kerzen einen schwarzen Jesus wachküsste, löste dies einen Sturm der Entrüstung aus. Die „American Family Association" forderte deswegen zum Boykott von Produkten des Getränkekonzerns „Pepsi" auf, mit dem Madonna einen Werbevertrag über fünf Millionen US-Dollar geschlossen hatte und der das gekürzte Video kommerziell zeigte. „Pepsi" kündigte daraufhin den Vertrag.
Über Madonna sind mehrere Bücher erschienen: „Madonna Superstar" (1988), „Madonna Revealed" (1991), „Sex" (1992), „Das Madonna-Phänomen" (1993) und „Madonna Megastar" (1994). Der Fotoband „Sex" mit Nacktfotos von ihr ist in Irland und Japan verboten worden.
Von 1985 bis 1989 war Madonna mit dem Filmschauspieler Sean Penn verheiratet. Presseberichten zufolge reichte sie die Scheidung ein, weil er jedes Mal, wenn er sie aus beruflichen Gründen längere Zeit allein lassen musste, nach der Rückkehr von ihr einen Aids-Test verlangte. Noch vor der offiziellen Scheidung lag der Filmschauspieler Warren Betty in ihrem Bett.
Später wurde der kubanische Fitnesstrainer Carlos Leon der Lebensgefährte Madonnas. Im Frühjahr 1992 gründete sie zusammen mit dem Mediengiganten „Time Warner Inc." das Multimediaunternehmen „Maverick". Im November 1996 brachte Madonna ihre Tochter Lourdes Maria zur Welt und verabschiedete sich von Glanz und Glamour. Die Scheidung von Kindsvater Carlos Leon kostete sie mehrere Millionen. Danach erklärte sie: „Ich glaube, dass Lourdes Maria mein einziges Kind sein wird".
Im Juli 1998 berichtete die Münchener Illustrierte „Bunte", der Kultstar sei total verändert. Madonna habe mehr als 20 Pfund zugelegt, wiege 135 Pfund und werde in Schlagzeilen als „fett" geschmäht. Sie gönne sich Süßigkeiten und koche für sich und ihre Tochter Berge von Spaghetti. Statt Lack und Leder trage sie wallende Gewänder, und ihre harte Anatomie habe sich weich gerundet.
Angeblich begann der innere Wandel, nachdem Madonna ins „Kabbala Learning Center" in Beverly Hills kam und einen neuen Glauben entdeckte. Die aus der Antike stammende Kabbala-Mystik lehrte sie, sich selbst ohne Schuldgefühle zu lieben und wurde für sie – wie für andere Hollywood-Stars ohne inneren Halt – zur neuen Religion.
Am 22. Dezember 2000 heiratete die 42-Jährige in der Kapelle des Schlosshotels „Skibo Castle" im schottischen Hochland ihren zehn Jahre jüngeren Lebensgefährten, den britischen Filmregisseur Guy Ritchie. Madonna trug ein 65000 Mark teures Brautkleid und als Hochzeitsgeschenk eine Kette aus Gold und Diamanten. Beim Ehegelübde schwor sie keinen Gehorsam, sondern versprach nur, ihren Mann zu ehren und zu lieben. Einen Tag vor der Hochzeit hatte sie ihren vier Monate alten Sohn Rocco taufen lassen.
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| Über den Autor: |
| Ernst Probst ist Journalist, Wissenschaftsautor, Buchautor, Buchverleger, Antiquitätenhändler und Fossilienhändler |
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