Kopfläuse ersticken?Kategorie: Gesundheit Artikel veröffentlicht von: Andreas Stadtgen
Kopfläuse sind in der heutigen Zeit nicht zu bremsen. Eher im Gegenteil, die gemeldeten Fälle nehmen zu, wie fast alle Eltern selbst bemerken können.
Eine zunehmende Zahl der Kopfläuse erweist sich als widerstandsfähig gegen die bisher meist verwendeten Produkte auf Basis von Pyrethrum-Extrakten und deren Einzelstoffe. Nach Studien sind dies schon bis zu 80 % der Kopfläuse, die damit nicht mehr sicher zu töten sind.
Viele Hausmittel greifen leider nicht. Dabei sind Kopfläuse eigentlich ganz einfach funktionierende Lebewesen. Die kleinen 2-3 mm großen Insekten leben von menschlichem Blut. Sie haben einen Stechrüssel, mit dem sie mehrfach täglich frisches Blut aus der Kopfhaut saugen. Dies geschieht meistens unbemerkt. Der mit einem Kopflausbefall einhergehende Juckreiz wird nicht wie bei Hautkrankheiten durch die Haut sondern durch ausgesonderte Speicheldrüsensekrete hervorgerufen.
Ohne regelmäßige Blutaufnahme überleben die Tiere höchstens 2 oder 3 Tage. Die Fortpflanzung erfolgt durch Ablage von Eiern. Diese Eier, auch Nissen genannt, werden kurz über der Kopfhaut an die Haare geklebt. Sie sind farblos bis bräunlich und weniger als 1 mm groß, was sie schwer sichtbar macht. Nach 7 - 8 Tagen schlüpfen Larven, die nach neun bis elf Tagen geschlechtsreif werden. Es reicht also ein Zeitraum von etwa 2-3 Wochen von der Eiablage bis zur Fortpflanzungsfähigkeit der folgenden Generation.
Die klassische Idee, die Läuse einfach zu ersticken, funktioniert leider nicht, weil Läuse es viel länger ohne Luft aushalten als der Mensch. Aber auf dieser Idee bauen neue Behandlungskonzepte gegen die Kopfläuse auf.
Eine neue Möglichkeit bietet sich durch eine neue Silikonölzubereitung. Das speziell entwickelte Öl besitzt die nötige Flüssigkeit, um in die Atemwege der Läuse einzudringen und zu ersticken. Dies soll sogar bei Nissen (den Eiern der Kopfläuse) funktionieren, da auch diese atmen müssen und entsprechende Atemöffnungen besitzen.In der Anwendung ist Silikonöl zudem wesentlich unproblematischer als die durchaus umstrittenen "natürlichen” Extrakte, die trotz ihrer pflanzlichen Herkunft umstritten sind.
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