Jane Russel: Das frühe Busen-SexidolKategorie: Kultur Artikel veröffentlicht von: Ernst Probst
Als eines der ersten Busen-Sexsymbole der 1950-er Jahre gilt die amerikanische Filmschauspielerin Jane Russel, eigentlich Ernestine Jane Geraldine Russel. Nach Ansicht von Kennern der Branche besaß sie viel mehr schauspielerisches Talent, als ihr tief ausgeschnittenes Dekolleté und ihr üppiger Busen ahnen ließen.
Ernestine Jane Geraldine Russel wurde am 21. Juni 1921 als Tochter einer Schauspielerin in Bemidji (Minnesota) geboren. Sie ist die Urenkelin des 1812 geborenen Hofmalers von Kaiser Wilhelm I. (1799–1888) in Berlin, Otto Reinhold Jacobi, der ab 1863 in den USA lebte, wo sich seine Spur verlor. Als Kind besuchte sie die kalifornische „Van Nuys High School" und schuf sie eine Reihe von Madonnenbildern, die jedoch nie ausgestellt wurden.
Aus Ernestine Jane Geraldine Russels ursprünglichen Wunsch, Malerin zu werden, wurde später nichts. Statt dessen arbeitete sie zunächst als Fußpflegeassistentin, bevor sie beschloss, den Beruf einer Schauspielerin zu ergreifen. Schauspielunterricht erhielt sie am „Theatre Workshop" des Regisseurs Max Reinhardt (1873–1943) sowie von der russischen Emigrantin und Schauspiellehrerin Maria Ouspenskaya (1876–1949). Die Ausbildung bei Madame Ouspenskaya brach sie schon nach sechs Monaten ab und wurde Fotomodell.
Die attraktive Künstlerin mit dunklen Haaren und verführerischen Kurven fiel dem Hollywood-Agenten Lewis Green auf, der sie dem amerikanischen Filmproduzenten Howard Hughes (1905–1976) vorstellte. Dieser engagierte sie 1939 für den Streifen „The Outlaw" („Geächtet", 1943). Schon am nächsten Tag wurde die Presse mit 2,4 Millionen Fotos von Jane Russel überschwemmt. Während der folgenden Wochen musste sie eine harte Schauspielausbildung durchmachen.
Der Film „The Outlaw" wurde zunächst von der amerikanischen Zensur abgelehnt. Offiziell konnte er erst 1950 ohne leidenschaftliche Szenen gezeigt werden. Der Schere zum Opfer fiel unter anderem, wie die spärlich bekleidete Russel sich auszieht, um den kränkelnden Helden im Bett aufzuwärmen. Für diesen Streifen warben die Plakate mit den Worten „Boshaft, launisch und bezaubernd".
1946 sah man Jane Russel in dem Film „Young Widow" („Der junge Löwe"). In „The Paleface" („Sein Engel mit den zwei Pistolen", 1948) spielte sie neben Bob Hope die berühmteste Scharfschützin des Wilden Westens, Calamity Jane (um 1852–1903). Es folgten „Montana Belle" („Die Schönste aus Montana", 1948), „Double Dynamite" („Doppeltes Dynamit", 1951) und „His Kind of Woman" („Ein Satansweib", 1951), in dem sie an der Seite von Robert Mitchum (1917–1997) auftrat. Mitchum war auch ihr Partner in „Macao" (1951/1952).
In „Gentlemen Prefer Blondes" („Blondinen bevorzugt", 1953) mimte Jane Russel den dunklen Gegenpart der blonden Marilyn Monroe (1926–1962). In dem Western „The Tall Men" („Drei Rivalen", 1955) drehte sie neben dem Herzensbrecher Clark Gable (1901–1960). In den 1940-er und 1950-er Jahren produzierte sie mehrere Schallplatten.
Während der 1950-er Jahre schieden sich an der Person von Jane Russel die Geister. Mitglieder amerikanischer Frauenvereine beschimpften sie wegen ihrer spärlich verhüllten Reize als „Satansweib". Die zahlreichen Fans des Filmstars mit barocken Reizen dagegen schwärmten für die „Schönste in Hollywood".
Im Privatleben war Jane Russel kein „Satansweib", sondern eine brave Hausfrau. Ihre erste Ehe mit dem „Baseball-König" Bob Waterfield (1920–1983) hielt von 1943 bis 1968. Während dieser Zeit zog sie drei Kinder auf, denen sie eine „gottgefällige" Erziehung angedeihen ließ. In der ersten Hälfte der 1950-er Jahre betätigte sich Jane Russel sogar als „Gottes Sprachrohr", indem sie ein Buch über den Glauben und die Bibel verfasste. Im Vorwort schrieb sie, seit drei Jahren lese sie in der Bibel, nach deren Regeln sie gewissenhaft lebe.
1954 gründete Jane Russel zusammen mit ihrem Mann Bob Waterfield die „Russ-Field Corporation". 1959 gab sie im Theater ihr Debüt auf der Bühne. 1968 wurde ihre erste Ehe geschieden. Danach heiratete sie Robert Barret, der noch 1968 starb. 1971 sah man sie am New Yorker Broadway in dem Musical „Company". 1974 schloss sie ihre dritte Ehe mit John Calvin Peoples.
Danach machte sich Jane Russel auf der Leinwand rar. 1977 kündigte sie ihre Memoiren an, in denen vor allem von Howard Hughes die Rede ist. Aus dessen Vermögen erhielt sie wöchentlich 1000 US-Dollar. Als ihre größte Leidenschaft gelten Diamanten, die sie für die besten Freunde einer Frau hält.
1978 machte Jane Russel negative Schlagzeilen, als man sie wegen Alkohol am Steuer verhaftete. Im selben Jahr wurde ihr Sohn Robert John Waterfield festgenommen und unter Mordanklage gestellt. Zum letzten Mal sah man Jane Russel in dem Film „The Jackass Trail" (1981). Ihre Autobiographie „My Path and Detours" erschien 1985.
*
Leseprobe aus "Superfrauen: 14 Bücher auf einer CD-ROM" von Ernst Probst
Bestellungen von "Superfrauen: 14 Bücher auf einer CD-ROM" bei: www.buch-shop-mainz.de
Veröffentlicht von: Ernst Probst Web: http://www.antiquitaeten-shop.net Kontakt: e-mail
| Über den Autor: |
| Ernst Probst ist Journalist, Wissenschaftsautor, Buchautor, Buchverleger, Antiquitätenhändler und Fossilienhändler |
Dieser Artikel darf von Dritten für die Inhalte von Newslettern oder Websitecontent verwendet werden. Voraussetzung für eine Veröffentlichung durch Dritte ist, die jeweilige Autoreninfo aus 'Über den Autor', unter jedem Artikel vorhanden, unverändert mit zu veröffentlichen. Ein Verstoß gegen diese Regel, verstößt gegen die Copyright-Bestimmung. Es wäre ebenfalls von Vorteil den Verfasser des Artikels per e-Mail zu informieren, wo sein Artikel veröffentlicht wurde.
| Weitere Artikel von Ernst Probst: |
|
|
|