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Hunde gehören an die Leine!?

Kategorie: Tiere
Artikel veröffentlicht von: Angie Schmidt


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Hunde brauchen Freiräume, in denen sie sich bewegen können, wie sie wollen. Hunde brauchen Platz und Spielgefährten zum Laufen, Toben und Raufen. Das ist richtig und wichtig. Hunde brauchen aber auch – und vor allen Dingen – verantwortungsvolle Halter, gutes Training, Regeln und Sicherheit!

Kinder werden von verantwortungsvollen Eltern an Straßen, in Geschäften, auf Wegen mit Fahrzeugverkehr zur Sicherheit an die Hand genommen.

Wir sehen immer wieder Hundehalter, die ihre Tiere im Straßenverkehr, in Wäldern zu Zeiten des Wildwechsels frei herumlaufen lassen. Ausrede: „Mein Hund gehorcht und wildert nicht!" – Mag sein, wer aber erklärt das dem scheuen trächtigen Reh, das sich auf der wilden Flucht vor dem vermeintlichen Raubtier verletzt? Wer sagt das dem Autofahrer, der ahnungslos daher kommt und vor dem plötzlich auftauchenden Hund erschrickt und in den Graben fährt? Was, wenn der Autofahrer nicht in den Graben sondern über den Hund fährt wie er es in der Fahrschule gelernt hat? Böser Autofahrer? – Nein, dummer Hundehalter – und der unschuldige Hund darf es ausbaden.

Wir sehen immer wieder Halter, deren Hunde Spaziergänger belästigen oder ängstigen.
Ausrede: „Der tut nichts, der will nur spielen" Wer will es dem alten Mann verübeln, wenn er Angst hat, wo er doch vor Jahren von einem tollwütigen Hund gebissen wurde?

Wir sehen Hunde, die frei durch Dörfer und Städte stromern.
Ausrede: „Der tut nichts – der läuft schon immer frei herum" Mag sein – doch was ist, wenn ein anderer, fremder Hund auftaucht, der sich auf diesen Hund stürzt und ihn schwer verletzt oder gar tötet? Egal, dann kauft man sich halt einen neuen Hund der dann frei herum läuft!

Wir sehen Hunde durch blühende Felder rasen und Hunde, die durch fremde Gärten streifen.
Ausrede: „Was soll da schon passieren?" Nun, einem Bekannten von uns ist es passiert: sein Hund lief durch ein Feld – das war aber leider mit Pestiziden schwer verseucht. Der Hund ist jetzt erblindet. In fremden Gärten könnte ein Kleinkind spielen, das Angst vor Hunden hat, ein Mensch sich zu Tode erschrecken, usw. Hier wird auch noch das Hausrecht verletzt.

Wir haben immer wieder mit Menschen zu tun, deren Wauzis bereits mehrfach durch Raufereien mit anderen Tieren aufgefallen sind und trotzdem immer wieder ohne Leine angetroffen werden.
Ausrede: „Ich pass ja auf" (nun ja, wenn das wirklich so wäre, hätten die Vorfälle ja nicht geschehen können) oder schlimmer: „Mein Hund wird an der Leine aggressiv" Das ist dann mehr als traurig und ein Armutszeugnis für den Halter. Denn der hat es versäumt, seinem Hund die Leine als Sicherheit zu vermitteln, dass der arme Hund ein Angeleint-sein als Strafe und Freiheitsberaubung empfindet.

All dies ist von den Hundehaltern nicht nur dumm und verantwortungslos – es schadet ganz allgemein nur den Hunden.

Hunde haben Rechte – dazu gehört auch das Recht auf verantwortungsvolle Hundehalter. Und auch andere haben Rechte. Die Freiheit eines jeden einzelnen hört dort auf, wo die Freiheit des anderen anfängt!

Hunde sollen toben und spielen. Aber bitte auf freien Wiesen, auf eingezäunten Plätzen, im Garten oder – wenn gar keine andere Möglichkeit besteht, in einer stundenweise für diesen Zweck angemieteten Reithalle oder einem Hundeplatz. Kinder sollen sich in Sporthallen oder auf Spielplätzen austoben und nicht auf Straßen.

Es liegt in der Verantwortung des Hundehalters, dafür zu sorgen, dass dem Hund nichts geschehen kann. Den eigenen Hund leichtsinnig Gefahren auszusetzen (Straßenverkehr, unbekannte Hunde, fremden Menschen) zeugt nicht eben von Liebe zu dem Tier. Es zeugt einzig von Ignoranz und Verantwortungslosigkeit des Halters.

Immer häufiger hören wir von Vertretern dieser Menschengattung den Satz:

Hunde an der Leine oder mit Beißkorb werden aggressiv! Sicher stimmt das, wenn ein Hund ausschließlich mit Beißkorb oder an der Leine herumläuft! Weder Leine noch Beißkorb an sich und in den richtigen Situationen richtig eingesetzt, machen Hunde aggressiv. Die meisten Städte und Gemeinden haben mittlerweile eingesehen, dass Hunde „Freilaufzonen" brauchen und diese eingerichtet bzw. zur Verfügung gestellt. Jetzt sind die Hundehalter gefragt, diese auch vernünftig zu nutzen. Das bedeutet auch nicht, dass ich für meinen Hund alle Rechte in Anspruch nehmen will, aber vor den damit verbundenen Pflichten die Augen verschließe. Wenn mein Hund ein Raufer ist – und davon gibt es mehr als genug – dann kann ich ihn auch nicht auf jeden anderen Hund „loslassen". Dann suche ich mir Leute, mit deren Hunden meiner klarkommt und spielen kann. Meine Verantwortung sagt mir, dass ich auch andere Hunde nicht in Gefahr bringen darf.

Unsere Hunde leben auf 20 ha Fläche ein sehr freies Leben. Kommt aber einer unserer Hund mit zu Freunden, zum Einkaufen, zum Spaziergang in wildreicher Gegend, in Restaurants oder sonst wo hin, geht er an der Leine. Zu seiner eigenen Sicherheit (wir lieben unsere Hunde und setzten sie nicht leichtfertig Gefahren aus) oder aus Rücksicht zu Mitmenschen und Mittieren. Von über 1000 Hunden, die bei uns waren oder die wir kennen, ist keiner deshalb aggressiv geworden.

Wer nun aber mit seinem Hund in der Stadt wohnt, ohne Freilaufzone, der muss sich halt etwas anstrengen, seinem Hund entsprechende Freiheit bieten zu können. Es kann sein, dass man mit seinem Hund etwas aus der Stadt heraus fährt und sich eine Wiese sucht, auf der er toben kann. Es kann sein, dass man in einem Hundeverein fragt, ob man den Platz einige Stunden in der Woche zum Spielen mieten kann (was dann natürlich bedeutet, dass man diesen s a u b e r und aufgeräumt wieder verlässt). Es kann sein, dass man zu einem Reitverein fährt und bittet, die Halle regelmäßig nutzen zu dürfen (auch die wird dann s a u b e r und aufgeräumt wieder verlassen) usw. Mit etwas Phantasie und Menschenverstand wird man Möglichkeiten finden.

Wenn man seinen Hund nun auf einer großen Wiese frei laufen lässt, ist es ein Gebot der Höflichkeit, diesen zu rufen und anzuleinen, wenn andere Menschen oder Hunde in Sicht kommen. Auch dies dient wieder in erster Linie der Sicherheit des Hundes, denn man weiß ja nie, wie der Entgegenkommende reagiert. Ist die „Gefahr" vorbei, kann der Hund wieder frei laufen.

Da gibt es Leute, die behaupten, sie hätten ihre Hunde immer „im Griff!" Das sind meist noch Menschen, die mehrere Hunde ihr „Eigen" nennen. Im Gespräch kommt dann heraus, dass einer der Hunde fast überfahren worden wäre, weil er auf Rufen nicht schnell genug bei seinem Halter war. Oder man erzählt, dass einer der Hunde „zufällig" einem entgegenkommenden Jogger in die Wade gekniffen hat. Und das, weil der Halter versäumt hat, den Hund rechtzeitig zurück zu rufen. Solche Hundehalter sind mit dafür verantwortlich, dass sich der Gesetzgeber immer wieder genötigt sieht, die Hundehalter-Gesetze zu verschärfen – zum Nachteil a l l e r Hunde.

Hunde gehören an die Leine – Kinder an die Hand!


Veröffentlicht von: Angie Schmidt
Web: http://www.bucs-kennel.com
Kontakt: e-mail


Über den Autor:
US-Profi-Hundetrainerin und Verhaltenstherapeutin, in USA ausgebildet und geprüft. Wir betreiben den 1. US-Profi Trainings kennel in Österreich mit Fun-Sport-Zentrum, Trainer-Ausbildung und Tierasyl. Über Generationen Erfahrungen in der Ausbildung von Hunden (Diensthunde für Polizei, Zoll, US-Army). Liebe zum Hund steht bei uns im Vordergrund.
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