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1.Hochstuhl und Kinderbett Jugendstil

Kategorie: Familie
Artikel veröffentlicht von: lavacca nicola


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Die Generation des Jugendstil (1890 bis 1920) wollte in Anlehnung des Eklektizismus und des Historismus etwas völlig Neues und Originales schaffen. Dabei sollte es keine Bindungen an alte Epochen und Kunstrichtungen geben. Es sollte etwas sein, dass besser zu der neuen Zeit passte, aber auch kunsthandwerklichen Anspruch besitzen sollte. Nur durch Anregung aus dem Pflanzenreich (Naturformen) oder aus geometrischen Formen heraus versuchten die Künstler des Jugendstil ohne auf Vorbilder jeglicher Art zu zurück zu greifen, etwas noch nie Dagewesenes zu kreieren. Die Entwürfe der Jugendstilkünstler sind deshalb so extrem unterschiedlich, weil im Jugendstil eben nicht auf eine verbindende Tradition zurückgegriffen wurde. Keine Stil-Tradition zu haben, ist das einzig verbindende des Jugendstil. Für viele sehr unterschiedliche Entwürfe und persönliche Stile ist der Jugendstil ein Überbegriff. Man kann innerhalb des Jugendstil nur durch Namensnennung einzelner Entwerfer oder Künstlergruppen bzw. Zentren unterscheiden. Diese künstlerischen Zentren des Jugendstil gab es in Nancy, Darmstadt, Brüssel, Glasgow, München, Paris oder Wien. Daraus ergeben sich Begriffe wie „Glasgow Schule", „Darmstädter Schule" oder „Wiener Sezession". Als Förderer der neuen Kunstrichtung sah sich die 1896 erscheinende Zeitschrift „Die Jugend". Sie verbreitete die Formgebung und die neuen Ideen. Dadurch konnte sich der Name „Jugendstil" durchsetzen. In Österreich spricht man statt von Jugendstil von „Sezessions-Stil", in England von „Modern Style" und in Frankreich von „Art Nouveau". Künstler-Zentren des Jugendstil waren in Nancy, München, Wien (Sezession/Zeitschrift „Ver Sacrum") und Künstlerkolonie Darmstadt (Olbrich, Behrens). Ein Zusammenschluss von Künstlern, Industrie und Architekten bildete kurz vor dem Ersten Weltkrieg den Deutschen Werkbund. 1919 gründete Walter Gropius Bauhaus.
Bedeutende Künstler, Architekten, Entwerfer, Tischler, Kunsthandwerker und Innenarchitekten des Jugendstil waren: Viktor Horta (Belgien), Antonio Gaudi (Spanien), Charles Rennie Mackintosh (Schottland), Hector Guimard (Frankreich), L. Marjorelle (Frankreich), Emile Galle (Frankreich), R. Riemerschmid (Deutschland), Otto Wagner (Deutschland/1841 bis 1918), Henry van den Velde (Belgien und Deutschlands/1863 bis 1957), Joseph Maria Olbrich (Österreich/1867 bis 1908), Herrmann Obrist (Deutschland), Peter Behrens (Deutschland).
Oft zu exklusiven Kunstgegenständen wurden kunsthandwerkliche Gegenstände des Jugendstil und Jugendstilmöbel durch teure und edle Materialien sowie durch sehr gute handwerkliche Verarbeitung. Das sich in der beginnenden Zeit industriell billig hergestellter Massenware der Jugendstil als bestimmende Stilrichtung nicht mehr halten konnte, dazu trugen die hohen Herstellungskosten dieser Unikate bei. Hochstuhl und Kinderbett aus dieser Epoche sind auch heute noch gerne gesehen.


Veröffentlicht von: lavacca nicola
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nicola lavacca
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