Heilige Franziska von Rom: Die Schutzherrin der AutofahrerKategorie: Religion Artikel veröffentlicht von: Ernst Probst
Leseprobe aus "Superfrauen: 14 Bücher auf einer CD-ROM" von Ernst Probst":
Patronin der Autofahrer ist – neben Christophorus und Elias – die heilige Francesca Romana oder Franziska von Rom (1384–1440), geborene Francesca de Bussi, verheiratete de Ponziani. Sie stiftete den Orden „Nobili Oblati di Tor de’Specchi" und leitete diesen nach dem Tod ihres Ehemanns als Oberin. Der heilige Franz von Sales (1567–1622) bezeichnete Franziska als „eine der größten Heiligen".
Francesca de Bussi kam 1384 als Tochter eines italienischen Adligen in Rom zur Welt. Sie wollte bereits als Elfjährige in ein Kloster eintreten, was ihre Eltern jedoch verboten. Später wurde sie mit dem Adligen Lorenzo de Ponziani verheiratet, dem sie sechs Kinder schenkte. Ab 1424 lebte sie mit ihrem Ehemann enthaltsam.
Als Frau opferte sich Francesca de Ponziani für die Familie auf und kümmerte sich vorbildlich um ihre Kinder. Wenn der Haushalt und die Kinder es zuließen, suchte sie die von ihr im Dachgeschoss eingerichtete Betstube auf, um dort zu beten. Außerdem beschenkte sie Arme reich und pflegte in Spitälern sogar Pestkranke.
Die fromme Wohltäterin erlitt mehrere Schicksalsschläge: Ihr Ehemann wurde bei Straßenkämpfen in Rom schwer verwundet und musste flüchten. Daraufhin plünderte man sein Haus, konfiszierte sein Vermögen und entführte seinen ältesten Sohn Giovanni als Geisel nach Neapel. Ihr Lieblingssohn Evangelista und die anderen Kinder starben an der Pest.
In der Folgezeit lebte Francesca einsam und verlassen im römischen Palast der Familie Ponziani. Damals scharte sie einige vornehme Frauen und Mädchen um sich, die aus Liebe zu Jesus Christus ihr Leben in den Dienst am Nächsten stellten.
Am 15. August 1425, dem Fest Mariä Himmelfahrt, gründete Francesca die Genossenschaft „Nobili Oblati di Tor de’Specchi", die nach dem römischen Kloster „Tor de’Specchi" („Spiegelturm") benannt ist. Die Genossenschaft ist als weiblicher Zweig aus dem Olivetanerorden („Congregatio Sanctae Mariae Montis Oliveti", deutsch: „Kongregation der heiligen Maria vom Ölberg") hervorgegangen. Als Frau konnte sich Franziska diesem Kloster nicht anschließen.
Francesca besaß mystische Gaben, stand in ständigem geistigen Kontakt mit ihren Schutzengeln und gab oft Rat und Hilfe. Bei der schönsten ihrer Visionen sah sie drei Himmel: den Sternenhimmel, den Kristallhimmel und den Feuerhimmel.
Einer Legende zufolge saß Francesca einmal mit ihrer Freundin Vannosa im Garten unter einem Baum und beriet sich mit ihr über die Mittel, mit denen sie ein heiliges Leben führen könnten. Als sie über Übungen sprachen, für die sie die Erlaubnis ihrer Ehemänner benötigten, bemerkten die beiden Frauen, dass der Baum über ihnen mitten im Frühling statt Blüten reife Birnen trug. Sie brachten die süßen Früchte, die vor ihre Füße fielen, zu ihren Männern, und diese waren angesichts des Wunders mit den Plänen ihrer Gattinnen einverstanden".
Laut einer anderen Legende erschien Francesca in der Nacht des 14. Oktober 1434 in ihrem Betzimmer die Muttergottes, die ihr Anweisungen gab, die sie dem Papst in Bologna mitteilen sollte. Am nächsten Tag bat Francesca ihren Beichtvater Dom Giovanni er solle die Wünsche der Muttergottes erfüllen. Der Papst empfing den Priester herzlich, billigte die Forderungen und erteilte entsprechende Befehle. Als Dom Giovanni nach der Rückkehr über seinen Erfolg berichten wollte, sagte ihm Francesca, sie sei im Geiste dabei gewesen und wisse alles, was er erlebt habe.
Nach jahrelanger Verbannung kehrten Francescas Ehemann Lorenzo und ihr ältester Sohn Giovanni zurück. Mit großer Geduld brachte sie die beiden verbitterten Männer dazu, mit ihren Feinden endlich Frieden zu schließen. Trotz aufopfernder Pflege seiner Gattin siechte Lorenzo de Ponziani langsam dahin. Francesca harrte bei ihm aus, bis er starb.
Die trauernde Witwe bat wie eine Büßerin – barfuß und ohne Gürtel – um Aufnahme bei den Schwestern im Kloster „Tor de’Specchi". 1436 wurde sie Oberin des von ihr gestifteten Ordens, dem sie bis zu ihrem endgültigen Eintritt als Oblata angehört hatte. Als Oblata bezeichnet man Erwachsene, die sich und ihre Dienste einem Kloster weihen und ein jederzeit lösbares Gehorsamkeitsgelöbnis ablegen.
Am 3. März 1440 holte man Francesca an das Krankenbett ihres Sohnes Giovanni. Bei der abendlichen Rückkehr zu Fuß ins Kloster wurde ihr wegen Fieber und Mattigkeit so schwindlig, dass sie umkehren musste.
Am 9. März 1440 starb Francesca im Alter von 56 Jahren im „Palazzo Ponziani" an einer Rippenfellentzündung. Man bestattete sie in der römischen Kirche „Santa Maria Nuova". Im frühen 17. Jahrhundert wurde dieses Gotteshaus der 1608 heilig gesprochenen Ordensgründerin geweiht und heißt seitdem „Santa Francesca Romana".
Papst Pius XI. (1857–1939) ernannte Franziska von Rom 1925 zur Schutzpatronin der Autofahrer. Ihr Gedenktag ist der 9. März. Darstellungen von ihr sind im Kloster „Tor de’Specchi" zu sehen. Auf einem Fresko aus dem 15. Jahrhundert zeigt sie auf ein Buch, neben ihr steht ein Schutzengel.
*
Bestellungen von "Superfrauen: 14 Bücher auf einer CD-ROM" bei:
www.buch-shop-mainz.de
Veröffentlicht von: Ernst Probst Web: http://www.antiquitaeten-shop.net Kontakt: e-mail
| Über den Autor: |
| Ernst Probst ist Journalist, Wissenschaftsautor, Buchautor, Buchverleger, Antiquitätenhändler und Fossilienhändler |
Dieser Artikel darf von Dritten für die Inhalte von Newslettern oder Websitecontent verwendet werden. Voraussetzung für eine Veröffentlichung durch Dritte ist, die jeweilige Autoreninfo aus 'Über den Autor', unter jedem Artikel vorhanden, unverändert mit zu veröffentlichen. Ein Verstoß gegen diese Regel, verstößt gegen die Copyright-Bestimmung. Es wäre ebenfalls von Vorteil den Verfasser des Artikels per e-Mail zu informieren, wo sein Artikel veröffentlicht wurde.
| Weitere Artikel von Ernst Probst: |
|
|
|