Geld von Privat an Privat - eine Rechtliche Grauzone?Kategorie: Business & Wirtschaft Artikel veröffentlicht von: Elke Lohre
Neue Möglichkeiten der Kreditvergabe tun sich im Internet auf. Hier können sich Personen mit Kreditwünschen und private Geldgeber auf Vermittlungsplattformen treffen und Kreditgeschäfte (fast) ganz ohne Bank abschließen.
Die Vision dabei ist, jungen Unternehmen oder Privatpersonen, die bei der Kreditvergabe von Banken durch das Raster fallen würden, die Möglichkeit zu geben, doch an Darlehen zu kommen, indem sie sich privat Geld leihen. Auf der anderen Seite haben die Geldgeber die Möglichkeit durch ihren Kredit Projekte zu unterstützen, die ihnen selbst zusagen und zu denen sie eine Neigung haben. Allerdings stammen die häufigsten Anfragen doch einfach von Personen die sich zu Konsumzwecken privat Geld leihen möchten.
Das System des Kredites bei dem Geld an Privat verliehen wird, anstatt es zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto anzulegen – was ungefähr den gleichen Gewinn bringen würde – stammt aus den USA. Hierzulande ist es noch recht neu und bei den Anbietern wird sich erst noch die Spreu vom Weizen trennen. Es gibt verschiedene Verfahren, was die Kosten für die Vermittlung, die Freischaltung der Teilnehmer und die Absicherung der Kreditgeber gegen Kreditausfälle betrifft.
Weiterhin ist diese Art Geld an Privat zu verleihen und Zinsen dafür zu verlangen rechtlich ungeklärt. An sich sind Bankgeschäfte erlaubnispflichtig, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist für die Bewertung zuständig. Da die Plattformen meist nur vermittelnd tätig sind werden sie nicht beaufsichtigt, sollten jedoch Nutzer auffallen, deren privater Geldverleih gewerbsmäßige und kaufmännische Züge annimmt, könnte die Aufsicht einschreiten und dies als gewerbliche Kreditvergabe ohne Erlaubnis einschätzen, Plattformen raten deshalb zu maximal vier Kreditvergaben pro Person.
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