Existenzgründung oder nicht? Die richtige Enscheidung treffen.Kategorie: Bildung & Beruf Artikel veröffentlicht von: Andrea Delp
Die Existenzgründung ist meist ein gewagter Schritt. Aus Sicht der verhältnismässig sicheren Festanstellung tut sich manch einer schwer mit der Frage, ob die Selbstständigkeit wohl bewältigbar ist und ob sie sich finanziell lohnt. Ein paar vorbereitende Arbeiten und die Auseinandersetzung mit dem Thema der Selbstständigkeit helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.
Ob sich die Existenzgründung finanziell lohnt, kann in einem Businessplan durchgerechnet werden. Der Businessplan zeigt dabei nicht nur, wie es mit den Finanzen aussieht; er zeigt auch, wie die Umsetzung der Existenzgründung erfolgt und welche Kenntnisse und Fähigkeiten notwendig sind. Mit einem Businessplan tun Sie also einen Schritt in Richtung Selbsterkenntnis. Wer unsicher ist, ob eine Existenzgründung wirklich in Frage kommt, kann auch in Erwägung ziehen, einfach eine Nebenbeschäftigung als Selbstständiger in Angriff zu nehmen. Das ist risikolos und die Erfahrung ist wertvoll. Aber vorsicht: Wer festangestellt ist, sollte vorher seinen Arbeitsvertrag prüfen und herausfinden, ob es mit einer nebenberuflichen Tätigkeit keine rechtlichen Schwierigkeiten gibt – auch wenn dies eine selbstständige Tätigkeit ist, müssen Sie damit rechnen, dass Sie dies Ihrem Arbeitgeber mitteilen müssen oder sogar dessen Einverständnis brauchen.
Eine häufig gestellte Frage ist die Frage nach der Persönlichkeit. Eigne ich mich als Unternehmer/in? Es gibt zahlreiche Tests und auch Seminare, die helfen sollen, diese Frage zu beantworten. Letztlich gibt es hierzu jedoch verschiedene Meinungen von Menschen, die den Sprung in die Selbstständigkeit mit einer Existenzgründung gewagt haben. Der eine meint, man arbeitet sich schon ein, der andere meint, man müsste zum Unternehmer geboren sein. Verschiedene Meinungen und verschiedene Wege zur erfolgreichen Existenzgründung machen deutlich: Ein Patentrezept für die richtige Entscheidung gibt es nicht. Da bleibt nur ein Trost: Wenn es am Ende schief geht, muss das noch nicht das Ende jeglicher Karriere bedeuten. Die Aufnahme einer festangestellten Tätigkeit ist nach dem Scheitern genauso möglich wie eine andere Existenzgründung. In manchen Berufen wird die Erfahrung aus der unternehmerischen Tätigkeit sogar sehr geschätzt.
Auch wenn es kein Patentrezept gibt, so gibt es aber einige Voraussetzungen, die den Sprung in einer Selbstständigkeit erleichtern. Sie können prüfen, ob diese Voraussetzungen bei Ihnen gegeben sind. So ist es beispielsweise hilfreich, wenn Sie eine Persönlichkeit sind, die beharrlich an einer Sache arbeiten kann und deren Frustrationsgrenze eher gering ist. Gut wäre es, wenn Sie in Ihrem ehemaligen Job bereits verhältnismässig selbstständige Aufgaben übernommen haben und wenn Sie die Ärmel hochkrempeln können. Das setzt auch voraus, dass Sie genügend Selbstdisziplin aufbringen können, um sich trotz der fehlenden offiziellen Arbeitszeiten zur Arbeit zu motivieren. Schliesslich locken Kühlschrank, Fernseher und andere Freizeitaktivitäten und diese halten einem besonders von den unangenehmen Aufgaben, die eine Existenzgründung meist auch mit sich bringt, allzu einfach ab.
Wirtschaftliche Grundkenntnisse sind zwingende Voraussetzung; wenn Sie sich gar nicht auskennen, ist deshalb ein Grundlagenseminar wichtig. Das sollte dann mehr als nur eine Woche umfassen; eine gründliche Vorbereitung hilft Ihnen, keine gravierenden Fehler zu machen. Auch Ihr Umfeld, also die Familie oder Ihre Verwandten und Freunde spielen eine Rolle: Unterstützt beispielsweise Ihr Lebenspartner Ihre Pläne oder müssen Sie mit Widerstand aus Ihrer Familie rechnen? Wer genügend Unterstützung vom Lebenspartner und von anderen bekommt, tut sich mit einer Existenzgründung leichter, als Menschen ohne diese moralische Stütze und ausreichenden Rückhalt.
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