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Europäische Identität auf Eis: Skulpturen von Andrés Ginestet in der Warteschleife

Kategorie: Kultur
Artikel veröffentlicht von: Thomas Lenz


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Der Europäische Skulpturgarten in Valencia, ein Projekt der Universidad Politécnica, liegt auf Eis. In 40 großformatigen Skulpturen von historischen Gestalten, die jede auf ihre Weise europäische und okzidentale Kultur prägten, sollte der Gedanke einer europäischen Identität ins Bild gesetzt werden: Ein Projekt, das in Zeiten multinationalen Zusammenfindens eine notwendige Besinnung auf gemeinsame kulturgeschichtliche Errungenschaften der Mitgliedsländer mit sich bringen sollte. Aufgrund eines politischen Wechsels jedoch hat sich die Universidad Politécnica de Valencia jetzt aus dem Projekt zurückgezogen. Nun muss abgewogen werden, welcher neue Mäzen an der Fortführung des Projektes Interesse zeigen könnte. In einer umfassenden Publikation der Universidad Politécnica de Valencia mit dem Titel „El libro de las estatuas" lässt sich der Projektgedanke en detail nachlesen.

Das künstlerische Werk, das sich aus bis zu 40 Skulpturen von Männern und Frauen zusammensetzen soll, die in der einen oder anderen Weise zu der Entwicklung der europäischen und okzidentalen Kultur beigetragen haben, ist bewusst an einen modernen Naturalismus angelehnt und trägt Züge der Auseinandersetzung zwischen den Termini Kultur und Zivilisation. Von den vielen Persönlichkeiten, die aufgeführt werden könnten, wurden nur diejenigen ausgesucht, die in ihrem Denken der Idee der Nachhaltigkeit am nächsten kommen: Aristoteles, Augustinus, Maimonides, Averroes, Thomas von Aquin, Petrarca, Raimundo Lulio, Vives, Erasmus, Leonardo da Vinci, Cervantes, Leibniz, Goethe, Russel, Krause, Pestalozzi, Giner de los Ríos, Ortega y Gasset, Einstein und vergleichbare kulturelle Großvertreter.

In einer ersten, bereits fertig gestellten skulpturellen Gruppe des spanisch-deutschen Künstlers Andrés Ginestet finden sich bisher drei Vertreter der großen monotheistischen Weltreligionen wieder, ohne die das moderne Europa nicht denkbar wäre: Averroes, Maimonides und Thomas von Aquin. Wie im Werk Ginestets immer wieder zu erkennen, ist es die Balance zwischen Provokation und Erkennen, die bestimmend wirkt und einen visionären Blick belegt. Gezeichnet ist ein Zukunftsbild, das sich aus bestehender kulturhistorischer Vergangenheit nährt.

Folgende Institutionen haben ihre Unterstützung und ihr Interesse bisher schriftlich bekundet: das Spanische Königshaus, die Europäische Akademie der Kunst und Wissenschaft, die Stiftung Ortega y Gasset, das Instituto Valenciano de Arte Moderno (IVAM) und die Wochenzeitungen ZEIT und Stern.


Veröffentlicht von: Thomas Lenz
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