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Claudia Schiffer: Die „Modeprinzessin“ aus Deutschland

Kategorie: Schönheit
Artikel veröffentlicht von: Ernst Probst


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Leseprobe aus "Superfrauen: 14 Bücher auf einer CD-ROM" von Ernst Probst:

Das erfolgreichste Topmodel der 1990-er Jahre war die Deutsche Claudia Schiffer. Ihr Jahreseinkommen lag deutlich höher als das aller ihrer Konkurrentinnen: Zeitweise verdiente sie das Anderthalbfache der Amerikanerin Cindy Crawford und mehr als drei Mal so viel wie die Kanadierin Linda Evangelista. Die deutsche „Modeprinzessin" zierte weltweit Titelseiten renommierter Zeitschriften, warb erfolgreich für viele Produkte und defilierte in Paris unnachahmlich auf dem Laufsteg.

Claudia Schiffer kam am 25. August 1970 als ältestes von vier Kindern des Rechtswalts Heinz Schiffer und seiner Frau Gudrun in Rheinberg bei Düsseldorf zur Welt. Ihre jüngeren Geschwister heißen Ann-Caroline, Stefan und Andreas. Sie hatte eine glückliche Kindheit und wurde katholisch erzogen. Die Mutter war immer für alle da, und der Vater spielte selbst dann noch mit den Kindern, wenn er spät und müde aus seiner Kanzlei nach Hause kehrte.

In der Grundschule liebte Claudia Schiffer jahrelang einen merklich kleineren Jungen namens Bernd. Sie besuchte in Rheinberg das „Amplonius-Gymnasium", wo sie als stille und zurückhaltende Schülerin galt, die um gute Noten bemüht war. Als junges Mädchen wollte sie immer kleiner sein und nicht „so eine Bohnenstange". In ihrer Freizeit spielte sie Tennis, erhielt sie Ballettunterricht und lernte sie Klavier spielen.

Während eines Urlaubs im Haus der Eltern auf Mallorca gaben sich die 14-jährige Claudia und ihre beste Freundin Uta als 17 Jahre alte Zwillinge und Mannequins aus, um Verehrer zu beeindrucken. Beide glaubten bald selbst so fest an ihren Schwindel, dass es ihnen gegen Ende der Ferien schwer fiel, zuzugeben, dass alles nur ein Spiel war.

Die Modelkarriere Claudia Schiffers begann im Oktober 1987 in der Düsseldorfer Diskothek „Checkers", wo die 17-jährige blonde Schülerin von Michel Levaton, dem Chef der Pariser Agentur „Metropolitan", entdeckt und einige Wochen später nach Paris eingeladen wurde. Dort entstanden in einem Studio die ersten Probeaufnahmen und lernte Claudia ihre Agentin Aline Souliers kennen. Einige Wochen später bat Odile Sarron, die Casting-Chefin der französischen Zeitschrift „Elle", Claudia zur ersten Foto-Session nach Paris.

Nach dem Verlassen des Gymnasiums zog Claudia Schiffer nach Paris, um dort die französische Sprache zu lernen und als Model zu arbeiten. Ihre Eltern machten sich zu Hause ernste Sorgen, ob ihre Tochter den richtigen Beruf gewählt hatte. Claudia selbst wollte, wenn sie in der Welt der Mode nicht erfolgreich sein sollte, ein Jurastudium beginnen und Rechtsanwältin werden. Am Wochenende fuhr sie anfangs immer in ihr Elternhaus nach Rheinberg.

Der aus Deutschland stammenden Fotografin Ellen von Unwert verdankte Claudia Schiffer eine gigantische Werbekampage für die amerikanische Markenbekleidungsfirma „Guess": Paul Marciano, der Chef von „Guess", war von den Aufnahmen Claudias begeistert, die ihm die Fotografin gezeigt hatte. Kaum waren die Plakate fertig, wollten viele wissen, wer die darauf abgebildete Blondine sei. Ein Medienrummel ohnegleichen begann.

Durch Fotos, die Herb Ritts für die englische „Vogue" anfertigte, wurde der deutsche Modeschöpfer und Chef des Pariser Modehauses Chanel, Carl Lagerfeld, auf Claudia Schiffer aufmerksam. Nach ersten Aufnahmen für die Werbekampagne wünschte Lagerfeld, Claudia solle die Chanel-Kollektion vorführen. Diese geriet in Panik, weil sie sich für zu schüchtern hielt und nicht wusste, wie man sich auf dem Laufsteg bewegt. Doch das Defile wurde ein Riesenerfolg, und Clauda avancierte bald zur Pariser „Mode-Prinzessin".

1991 war Claudia Schiffer bereits das teuerste Fotomodel der Welt. Sie machte Werbung für Kosmetik („Revlon"), Frisuren („L’Oreal", „Wella"), Brillen („Fielmann"), Jeans, Parfüm („Guess") und Getränke („Fanta"). Allein der Vertrag mit dem Kosmetik-Konzern „Revlon" soll ihr angeblich zehn Millionen US-Dollar eingebracht haben. 1991 wirkte sie auch an der kostspieligen Fotoproduktion „Heldinnen der Weltgeschichte" des früheren deutschen Unternehmers und Playboys, Gunter Sachs, mit und posierte dafür unter anderem als Jeanne d’Arc (1412–1431). 1992 erschien erstmals der Kalender von Claudia Schiffer, dem weitere folgten.

Claudia Schiffer schmückte in den 1990-er Jahren zahlreiche Titelseiten von Zeitschriften in aller Welt. Sie war das erste Model auf den Titeln der Zeitschriften „Rolling Stone", „Vanity Fair" und „People Magazine" und zierte sogar die erste Seite der Tageszeitung „New York Times".

Die meisten Kritiker äußerten sich enthusiastisch über Claudia Schiffers Aussehen. Unter anderem hieß es, sie sei „schön bis zum Umfallen" und sie habe einen „Schmollmund zum Verrücktwerden". Im Sommer 1993 war die spanische Wochenzeitschrift „Interviu" innerhalb weniger Stunden ausverkauft, weil darin Clauda Schiffers nackter Busen bewundert werden konnte.

1993 schätzte man Claudia Schiffers Jahreseinkommen auf etwa zehn Millionen US-Dollar. 1997 berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel", sie sei mit einem Jahres-einkommen von rund 30 Millionen Mark in ihrer Branche die Spitzenverdienerin. Zum Vergleich: Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl verdiente im selben Jahr „nur" 350000 Mark.

Im März 1994 verlobte sich Claudia Schiffer mit dem amerikanischen Zauberkünstler David Copperfield, der als einer der reichsten Entertainer der Welt gilt. Diese Verbindung sorgte jahrelang für Schlagzeilen, verbunden mit der Frage: Heiraten die beiden endlich, oder war alles nur gespielt?

Wenn die 1,82 Meter große Claudia Schiffer nicht auf dem Laufsteg oder im Studio steht, benutzt sie kaum Schminke. Auf der Straße genügen ihr ein feiner Lidstrich und etwas Wimperntusche. Nur beim abendlichen Ausgehen trägt sie gerne viel Schwarz auf ihren Lidern und Wimpern.

In ihrer knappen Freizeit liest Claudia Schiffer gerne Bücher – am liebsten in der Originalsprache. Zum Schwimmen, Skifahren und Reiten kommt sie nur selten. Sie meidet Alkohol, Kaffee und Zigaretten, nascht jedoch gerne Schokolade. Manchmal isst sie alles, worauf sie gerade Lust hat. Dann aber kehrt sie rasch zu ihrer Fruchtsalat-Diät zurück, um ihr Idealgewicht von 57 Kilogramm halten zu können.

Der prächtige Fotoband „Claudia Schiffer ganz privat" (1994) schilderte die Karriere des deutschen Topmodels. Darin verriet Claudia, dass sie sich, als sie klein war, überhaupt nicht fotografieren lassen wollte und am liebsten in den Erdboden versunken wäre, wenn man sie bat, sie solle schön lächeln. Bilder von ihr konnte man auch im Fotobuch „Memories" und im „Schwarz-weiß Buch" mit Aufnahmen von Karl Lagerfeld bewundern.

1995 moderierte Claudia Schiffer das TV-Prominentenmagazin „Close UP". Ein Jahr später produzierte sie einige Fitness-Videos mit der Trainerin Kathy Kaehler. 1997 präsentierte sie eine Sommerkollektion für das „Versandhaus Otto".

Filmrollen hatte Claudia Schiffer in „Richy Rich – der reichste Junge der Welt" (1994) und in „The Black Out" (1998). In letzterem Streifen spielte sie an der Seite des durch den Streifen „Kevin allein zu Haus" bekannten Macauly Culkin eine Fitnesstrainerin.

Das „People Magazin" wählte Claudia Schiffer als eine der 25 schönsten Frauen der Welt. Im Pariser „Grevin Museum" ist ihre Wachsfigur die einzige, die einem Model gewidmet wurde.

1994 verlobte sich Claudia Schiffer mit dem Magier David Copperfield. Von ihm trennte sie sich 1999 offiziell. Zwei Monate später verlobte sich die 29-Jährige mit dem britischen Geschäftsmann Tim Jeffries, der unter anderem eine Kunstgalerie in London besitzt und bereits mit den Topmodels Koo Stark und Elle MacPherson sowie mit dem Popstar Kylie Mingue befreundet war.

Im November 1999 kündigte Claudia Schiffer ihren Umzug nach London an. Dort erwarb sie für umgerechnet mehr als zwei Millionen Mark ein Apar-tement im eleganten Stadtteil Notting Hill, wo Tom Cruise, Nicole Kidman, Boris Becker, Julia Roberts und viele amerikanische Millionäre ihre Nachbarn sind.

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Veröffentlicht von: Ernst Probst
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Über den Autor:
Ernst Probst ist Journalist, Wissenschaftsautor, Buchautor, Buchverleger, Antiquitätenhändler und Fossilienhändler
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