Basel II - haben wir das wirklich gebraucht?Kategorie: Business & Wirtschaft Artikel veröffentlicht von: Johanna Bressler
Haben wir Basel II gebraucht, weil es uns schlecht geht?
Oder ist BASEL II vielleicht nur die Ausrede der Banken, weil es Ihnen selber nicht so gut geht?
Theorie und Praxis genauer beleuchtet
die Theorie:
Basel II tritt zwar erst ab 2007 formal in Kraft, ein Großteil der Banken und Kreditinstitute arbeitet bereits seit 2004 nach den künftigen Richtlinien, und versuchen ihre Risiken aus der Kreditvergabe noch genauer einzuschätzen. Der dreijährige Beobachtungszeitraum ist wichtig und bestimmt in grossem Mass Ihre künftige Kreditwürdigkeit.
Basel II bietet die Chance, durch innerbetriebliche Massnahmen die Bonität zu verbessern und dadurch nicht nur bessere Kreditkonditionen zu erzielen, sondern die Wettbewerbsfähigkeit des Betriebes insgesamt zu verbessern.
Hier der damalige Info-Folder der WKO >> http://wko.at/fp/beitraege/kuehnelt/basel_folder.pdf
Alle Massnahmen, die das künftige Rating verbessern können, tragen natürlich auch zum Erfolg eines Unternehmens bei. Und sind daher nur zu begrüssen.
die Praxis:
… sieht allerdings leider anders aus.
Vielen Unternehmen, speziell den Kleinen, ging es schon 2003 nicht besonders gut. Die ersten Schritte der Banken in Hinblick auf Basel II waren, die Kontokorrent-Rahmen dieser Unternehmen drastisch zu kürzen - und oft sogar ohne Vorwarnung. Was natürlich diese Unternehmen zusätzlich schwer getroffen hat.
Die Unternehmen, die in der Krise hängen, brauchen verlässliche Zukunftsprognosen, um Kreditwürdigkeit darzustellen. Die Schlüsselworte sind hier begründet, nachvollziehbar, realisierbar, realistisch - und diese sind immer subjektiv. Es geht also darum, zukünftige Unternehmensentwicklungen so darzustellen, dass sie für Investoren (Banken) nachvollziehbar werden. Die Banken bewerten unter anderem auch "die zukünftige Fähigkeit eines Kreditnehmers seinen Zahlungsverpflichtungen (Kapitaldienst) fristgerecht und in voller Höhe nachzukommen”.
Heute ist es gerade für Kleinunternehmer nahezu unmöglich, Kapital für eine Gründung, eine grössere Investition etc. zu bekommen, ohne mindestens in gleicher Höhe (besser sogar mehr) entsprechende Sicherheiten anbieten zu können. Am besten wäre da natürlich ein Sparbuch bei eben dieser Bank. Nach dem Motto: "Liebe Bank, ich brauche 20.000 € Startkapital. Hier haben Sie ein Sparbuch mit 30.000 €.” Damit haben Sie tatsächlich den Speedy-Gonzales-Kredit mit 10 Minuten bis zur Auszahlung. Hmmm - braucht man in so einem Fall überhaupt noch eine Bank? ;-)
Alternative Finanzierungsformen sind daher in den letzten Jahren entstanden - z.B. eine Bürgschaftsübernahme des AWS (Austria Wirtschafts Service). Der Antrag dazu muss allerdings von der kreditgebenden Bank gestellt werden. Und da diese Kredite nicht nur mit Bürgschaft des AWS besichert sind, sondern zusätzlich noch ausgesprochen niedrige Zinsen haben - was denken Sie, was in der Praxis passiert?
Richtig! Es ist schwer, eine entsprechende Bank zu finden.
Es wird immer wichtiger, hier mit den entsprechenden Fachleuten zusammen zu arbeiten, die nicht locker lassen und wissen, wie sie eine Bank "sanft dazu überreden” können.
Veröffentlicht von: Johanna Bressler Web: http://www.consultants.at Kontakt: e-mail
| Über den Autor: |
| Ingrid J.Bressler ist Wirtschaftsberaterin in Österreich mit staatlichen Zulassungen für Unternehmensberatung, Vermögensberatung und Bilanzbuchhaltung. Im Bereich Internet und Webtechnik hat sie sich seit 2000 umfangreiches Spezialwissen autodidakt angeeignet. Unter ISSN 1682-6442 veröffentlicht sie seit Jahren ein Businessmagazin als Ezine.
Kontakt: http://www.consultants.at |
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