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Aktueller Schlankheitemittelvergleich 2006

Kategorie: Gesundheit
Artikel veröffentlicht von: Anja Baustian


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Im Frühjahr haben Schlankheitsmittel Hochkonjunktur, denn viele Übergewichtige oder solche Menschen, die meinen zu schwer zu sein, möchten oftmals allein durch Pillen und Pulver ohne Anstrengung ein paar Kilo abnehmen. Die Ernährungswissenschaftler und Diätexperten der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. haben bereits zum fünften Male die unterschiedlichen Schlankheitsmittel unter die wissenschaftliche Lupe genommen und die wissenschaftliche Literatur durchforstet. Ab sofort steht unter http://www.ernaehrungsmed.de/download/Schlankheitsmittel_im_Vergleich.pdf der aktuelle Schlankheitsmittelvergleich als Download zur Verfügung. Grundsätzlich sind nicht alle Schlankheitsmittel überflüssig oder gar unwirksam. Leider gibt es aber viele Schlankheitsmittel, die für die menschliche Gesundheit gefährlich oder aber ohne jeden Nutzen sind. In diesem Jahr geben die Bundesbürger nach Analyse der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in den Apotheken rund 170 Millionen Euro für Schlankheitsmittel aus. Die schlechte konjunkturelle Situation führt seit Jahren zu niedrigeren Absatzzahlen bei Schlankheitsmitteln. Im Jahr 2002 lag der Umsatz noch bei mindestens 210 Millionen Euro. Zu den gefährlichen Schlankheitsmittel gehören die so genannten Appetitzügler, die Amphetamine oder Ephedrin enthalten und tödlich sein können. Das Bundesinstitut für Arzneimittel hat schon mehrfach vor Ephedra gewarnt. Grundsätzlich ist es sinnvoll, bei Übergewichtigen eine Vorsättigung zu erzeugen. Diesen Effekt erreichen die gebräuchlichen Quell- und Sättigungsmittel, die zumeist zur Gruppe der Medizinprodukte gehören (Bionorm, CM3 Alginat oder Recatol) durch Ballaststoffe (Alginat, Guarkernmehl oder Konjac-Wurzel-Mehl) oder Kollagen (Matricur). Diese quellen im Magen auf und verbleiben dort mehr oder weniger lange. Solche Produkte sind aber nur effektiv, wenn sie eine Ernährungsumstellung und Bewegungstherapie begleiten. Nur für wenige Sättigungspräparate (zum Beispiel CM3 Alginat) liegen Studien vor, die die Wirksamkeit untermauern. Für Menschen, die unter extremen Hungergefühlen leiden und zu Heißhungerattacken neigen, sind sättigende Medizinprodukte, die freiverkäuflich in Apotheken erhältlich sind, gut geeignet, das Übergewicht abzubauen. Präparate, die auf der Basis von Grapefruitballaststoffen sind, enthalten oftmals eine hohe Pestizidmenge. Neben dem verschreibungspflichtigen Arzneimittel Xenical gibt es keine anderen Fettmagneten. Ballaststoffe aus Tieren und Pflanzen sind tatsächlich in der Lage, minimale Fettmengen zu binden, die jedoch zur Behebung von Übergewicht nicht ausreichen. Der vollständige Schlankheitsmittelvergleich ist unter http://www.ernaehrungsmed.de/download/Schlankheitsmittel_im_Vergleich.pdf downloadbar.

Tabelle: Schlankheitsmittel im Vergleich gegliedert nach Produktgruppe, Substanzen und Empfehlungen
Appetitzügler: Amphetamine oder Ephedrin; Gefährlich

Quell-/Sättigungsmittel: Ballaststoffe, Faserstoffe; bei übermäßigem Hunger zur Vorsättigung bei Übergewicht sinnvoll

Formuladiäten: Proteinmodifiziertes Fasten; Zum gesunden Abbau von einigen Pfunden, im Rahmen eines ärztlichen Therapieprogramms und als Mahlzeitenersatz sinnvoll

Fettmagneten: Faserstoffe ( z.B. Chitosan ); Kaum wirksam – leicht sättigend, cholesterinspiegelsenkend

Jodhaltige Präparate: Jod; Unwirksam – bei Schilddrüsenerkrankungen gefährlich

Abführmittel: Unwirksam – kann zur Gewöhnung und zu Schädigungen des Dickdarms führen

Aminosäurepräparate: Aminosäuren; Könnte wirksam sein – weiterer Forschungsbedarf

Enzympräparate: Enzyme; Unwirksam

L-Carnitin-Präparate: L-Carnitin; Zur Optimierung der Körperzusammensetzung in Kombination mit Sport gegebenfalls sinnvoll

Diuretika: verschiedene; Unwirksam – gefährlich

Hoodia-Kaktus: ?; Unwirksam

CLA: konjugierte Linolsäure; Zur Optimierung der Körperzusammensetzung in Kombination mit Sport gegebenfalls sinnvoll

„Rimonabant": Rimonabant; Noch nicht eingeführt!

Xenical: Orlistat; Bei Adipositas sowie Übergewicht und ernährungsbedingten Krankheiten sinnvoll

Reductil: Sibutramin; Bei Adipositas sowie Übergewicht und ernährungsbedingten Krankheiten sinnvoll
Eine Grafik zum Thema kann unter presse@ernaehrungsmed.de angefordert werden.


Veröffentlicht von: Anja Baustian
Web: http://www.ernaehrungsmed.de
Kontakt: e-mail


Über den Autor:
Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. Mariahilfstr. 9, 52062 Aachen Tel: 0241-961030, Fax: 0241-9610322 presse@ernaehrungsmed.de, www.ernaehrungsmed.de
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